https://www.faz.net/-gum-1656b

Luftfahrt : Erfolgreicher Testflug: Belastungstest für Solar-Flieger

  • Aktualisiert am

Das 61 Meter breite Solarflugzeug „Solar Impulse” vor der Landung auf dem Schweizer Militärflughafen in Payerne. Zuvor war es knapp anderthalb Stunden in der Luft Bild: AFP

So breit wie ein Jumbo, so leicht wie ein Kleinwagen: Das Solarflugzeug „Solar Impulse“ des Schweizer Abenteurers Bertrand Piccard landete nach seinem ersten Testflug sicher im Schweizerischen Payerne. Bald soll es um die Welt fliegen.

          2 Min.

          Ganze 87 Minuten war das vom deutschen Piloten Markus Scherdel gesteuerte Solar-Flugzeug in der Luft, umrundete den Militärflughafen Payerne im schweizerischen Kanton Waadt in knapp 1200 Metern Höhe. Das „Solar Impulse“ genannte Flugzeug ist ein Projekt des Schweizer Abenteurers Bertrand Piccard. Das Flugzeug, auf dessen Tragflächen rund 12.000 Solarzellen eingebaut sind, hat mit knapp 64 Metern die Spannweite eines Jumbojets - dabei wiegt es mit 1600 Kilogramm aber nur etwas mehr als ein Kleinwagen. Im Jahr 2012 wollen Piccard und sein Partner André Borschberg mit dem Flugzeug die Erde umrunden.

          Das besonders an der Konstruktion ist, dass sie auch nachts fliegen soll. Bisherige Solarflugzeuge konnten ausschließlich am Tag geflogen werde. Die Solarzellen laden - so der Plan für die Erdumrundung - die vier Lithium-Batterien tagsüber auf. Diese betreiben dann die vier 10-PS-Elektromotoren mit den angeschlossenen Propellern, die dem Flugzeug eine Reisegeschwindigkeit zwischen 50 und 100 Stundenkilometern verschaffen sollen. Nachts entleeren sich dann die Batterien, bevor sie am nächsten Tag wieder aufgeladen werden.

          In dem Testflug stecken sieben Jahre Entwicklungsarbeit

          Mit dem Testflug sollte überprüft werden, ob das Verhalten des Flugzeugs den bisherigen Berechnungen und Simulationen entspricht. Denn die Flugleistung der „Solar Impulse“ ist praktisch noch unerforscht. Im vergangenen Dezember flog die von einem 70köpfigen Team entwickelte „Solar Impulse“ lediglich testweise einen Meter über dem Boden und nur etwa 350 Meter weit. Nach sieben Jahren Entwicklungsarbeit sei der Jungfernflug ein „sehr wichtiger Moment“, sagte der Mitbegründer des Projekts, André Borschberg. Bei dem Test wollten die Ingenieure herausfinden, ob die Maschine eine stabile Flugbahn halten kann. „Um ohne Treibstoff voranzukommen, muss es gerade fliegen können“, sagte Piccard vor dem Test. „Einige Dinge könnten schiefgehen - technische Probleme, ein Motorschaden oder abbrechende Teile“. Start und Landung verliefen dann aber reibungslos. Das Flugzeug hob bei einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde ab. Es gewann über den Feldern langsam an Fahrt. Auf den umliegenden Hügeln hatten sich Schaulustige versammelt.

          Das Solarflugzeug „Solar Impulse” überfliegt den Neuchatelsee (Schweiz) in rund 1200 Metern Höhe
          Das Solarflugzeug „Solar Impulse” überfliegt den Neuchatelsee (Schweiz) in rund 1200 Metern Höhe : Bild: REUTERS

          Abenteurerfamilie Piccard: Flugzeuge, Ballons, U-Boote

          Der Abenteurer Bertrand Piccard, dessen Großvater in einem Ballon als erster Mensch in die Stratosphäre aufstieg und dessen Vater vor 50 Jahren rund 11.000 Meter zum tiefsten Punkt der Meere tauchte, will sich bei der geplanten 20tägigen Weltumrundung mit Borschberg im Cockpit bei einigen Zwischenlandungen abwechseln. Denn aus Gewichtsgründen gibt es in dem Solar-Flieger nur einen Platz.

          Weitere Themen

          Reisewarnung gilt jetzt für ganz Belgien

          Corona-Liveblog : Reisewarnung gilt jetzt für ganz Belgien

          München hebt Freitag die Maskenpflicht in der Innenstadt auf +++ Spahn: „Das waren harte Monate für viele Deutsche“ +++ Allen Bars und Restaurants in Paris droht die Schließung +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Trump und Biden am Dienstag bei der ersten Fernsehdebatte.

          Präsidentenwahlkampf : Trump und die „Proud Boys“

          Donald Trump hatte gehofft, die erste Fernsehdebatte werde die Wende im Präsidentenwahlkampf bringen. Doch sein Auftreten hat das Gegenteil bewirkt – ebenso wie seine Äußerungen zu den „Proud Boys“.
          Rupert Stadler sitzt in München im Gerichtssaal.

          Früherer Audi-Chef : Mit der S-Klasse zum Gericht

          Rupert Stadler hat eine neue Rolle: Er muss sich im Diesel-Prozess verantworten. Früher, in seiner Rolle als Vorstandschef der prestigeträchtigen VW-Marke Audi, fand er mehr Gefallen an öffentlichen Auftritten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.