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Ludwigsburger Filmemacher : Wie Grüffelo das Laufen lernte

Für den Oscar nominiert: der „Grüffelo” von Regisseur Jakob Schuh Bild: ZDF / Orange Eyes Ltd

Im Trickfilmstudio SOI in Ludwigsburg entstand der Film zum Kinderbuchklassiker „Grüffelo“. Nun sind die Regisseure für den Oscar nominiert - in der Kategorie, in der sonst fast immer Walt Disney gewinnt.

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          Die Höhle des Grüffelo-Kindes ist verwaist, die Tür zur Höhle abgeschlossen. Die Grüffelogen sitzen allesamt in der Polizeikantine. Es ist schon kurz nach zwölf am Schnitzel-Donnerstag. Da heißt es sich beeilen, denn der Andrang in der Kantine nebenan ist groß. Jakob Schuh aber verzichtet dieses Mal dann doch auf das wöchentliche Ritual mit seinen Kollegen. Für Routine hat er sowieso kaum mehr Zeit, seit er und sein Co-Regisseur Max Lang für einen Oscar nominiert wurden. „Dabei“, und das sagt er gleich mehrfach an diesem Tag, „machen wir doch nur öffentlich-rechtliches Kinderfernsehen.“

          Peter-Philipp Schmitt
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ein Oscar für seinen „Grüffelo“ erscheint ihm noch immer abwegig. Schon auf die Idee, den animierten Kurzfilm für die Auszeichnung ins Rennen zu schicken, wäre er nie gekommen. Das übernahm einer der Produzenten, Michael Rose (“Chicken Run“, „Wallace & Gromit“), der sich schon früh die Rechte an dem so erfolgreichen Bilderbuch von der Britin Julia Donaldson und dem deutschen Illustrator Axel Scheffler gesichert hatte. Der Film „The Gruffalo“ ist ebenfalls eine britisch-deutsche Koproduktion, die zuerst in der BBC und dann an Heiligabend 2010 im ZDF zu sehen war. Regie beim ersten Teil führten Jakob Schuh und Max Lang: Darum dürfen sie am Sonntag kommender Woche mit ihren Freundinnen über den roten Teppich ins Kodak Theatre in Hollywood gehen. Für Jakob Schuh keine angenehme Vorstellung: „Ich mag es nicht besonders, fotografiert zu werden.“

          Die Grüffelo-Welt existiert tatsächlich

          „Der Grüffelo“ hat das kleine Ludwigsburger Studio mit dem Phantasienamen SOI international berühmt gemacht. Plötzlich konkurriert es mit den ganz Großen der Branche - unter anderen mit Pixar (“Toy Story“), das für „Day & Night“ nominiert ist - um die bedeutendste Filmauszeichnung. „Es gibt bei uns die Zeit vor ,Grüffelo' und danach“, sagt denn auch SOI-Geschäftsführer Carsten Bunte. Und die Erfolgsgeschichte geht weiter. Gerade wird der zweite Teil der Bilderbuch-Saga gedreht: „The Gruffalo's Child“. Die Regie übernahm dieses Mal Jakob Schuhs Kollege Johannes Weiland.

          Die Figur hat Erfolg: In England werden wöchentlich rund 1500 Grüffelo-Bücher verkauft
          Die Figur hat Erfolg: In England werden wöchentlich rund 1500 Grüffelo-Bücher verkauft : Bild: dapd

          Im zweiten Teil geht es um die Tochter jenes gewaltigen Monsters, das sich die kleine Maus zum Schutz vor Fuchs, Eule und Schlange ausgedacht hat, damit sie von den Raubtieren nicht aufgefressen wird. Plötzlich aber steht der nur erfundene Grüffelo leibhaftig vor ihr, und der isst am liebsten Butterbrot mit kleiner Maus. Am Ende aber kann die schlaue Maus selbst das große Ungeheuer in die Flucht schlagen, weil das Monster glaubt, Grüffelo-Grütze sei tatsächlich die Lieblingsspeise des Nagers. Das Ungeheuer flieht. Im zweiten Buch warnt der Grüffelo seine Tochter davor, in den Wald zu gehen, weil dort die gefährliche, große Maus haust. Doch sie hört nicht auf ihn.

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