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Lorena Gallo im Gespräch : „Ich habe vergeben, aber nicht vergessen“

  • -Aktualisiert am

Lorena Bobbitt 1993 im Gerichtssaal. Bild: interTOPICS/Globe Photos

Ihre Geschichte ging 1993 um die Welt: Die Amerikanerin Lorena Bobbitt hatte ihrem Mann in einer Nacht den Penis abgeschnitten. Doch die Wahrheit ist komplizierter. Ein Interview.

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          Die Nachricht, dass im amerikanischen Bundesstaat Virginia eine Frau ihrem schlafenden Ehemann nachts den Penis mit einem Küchenmesser abgeschnitten hatte, ging 1993 um die Welt. Lorena Bobbitt, geborene Gallo, damals 24, kam gar nicht mehr raus aus den Schlagzeilen nicht nur der Sensationspresse; in Comedy-Shows wurde sie als heißblütige Latina verlacht, die ihren armen Mann John buchstäblich von seiner Würde getrennt hatte; Philip Roth spielte auf den Fall in einem Roman an, Rapper Eminem in einem Song. Es gab Zweifel an ihrer Behauptung, sie sei zuvor jahrelang misshandelt worden; selbst manche Feministinnen hielten sie für derangiert.

          Die Details waren aber auch unwiderstehlich fürs breite Publikum: Nach dem blutigen Schnitt war Lorena durch die Gegend gefahren und hatte das mitgenommene Genital schließlich aus dem Autofenster geworfen; die Polizei fand es, und es wurde in einer neunstündigen Operation wieder angenäht. Schon vorher war John wegen sexueller Angriffe in der Ehe angeklagt worden, wurde aber freigesprochen; auch ein Prozess gegen sie wegen der Messerattacke auf ihn endete mit Freispruch: zeitweise Unzurechnungsfähigkeit. Vor dem Gerichtsgebäude boten Straßenverkäufer T-Shirts an: „Love hurts.“ (Liebe tut weh.) John drehte zwei Pornofilme; sie bekam ein Angebot für Nacktfotos vom „Playboy“, lehnte die Million aber ab.

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