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Let’s Dance-Fernsehabend : Wer gehen kann, der kann auch tanzen

„Das tänzerische Niveau ist immer besser geworden“, sagt CWS über die Sendung. Aber sie kennt natürlich auch die kleinen Geheimnisse dahinter: dass die Promis meistens nur exakt den einen Tanz oder die zwei Tänze auf der Pfanne haben, die verlangt werden. Und dann auch nur den einen Abend lang. TWS: „Wenn man zu den Kandidaten sagen würde, tanz statt der Rumba den Cha-Cha-Cha, dann geht das nicht. Oder wenn sie nach einer Woche die Rumba wiederholen sollen: geht auch nicht.“

Showtraining unterscheidet sich von Freizeittraining

CWS sekundiert: Die Vorbereitung auf „Let’s Dance“ sei mit der Arbeit einer Tanzschule nicht vergleichbar. „Bei uns kommt es auf Nachhaltigkeit an, auf Pädagogik, im Fernsehen geht es um eine gute Show.“ Dazu gehört, dass in den Choreographien möglichst wenig Grundschritte vorkommen, dafür viele Hebefiguren. „Das sieht super aus“, sagt TWS, „ist aber eigentlich nicht so wild.“

Als nächste muss Cheyenne Pahde aus der RTL-Soap „Alles was zählt“ aufs winzige Parkett. Sie präsentiert einen Slowfox, den TWS wegen seiner Schwierigkeit den „König der Tänze“ nennt. Im Einspieler aus dem Training hat Pahde ein Buch auf dem Kopf. Auch Stöcke kommen bei „Let’s Dance“ zum Einsatz, wenn auch nicht als Schlagwerkzeuge. Frage: Wird so auch bei Ihnen trainiert? TWS: „Das ist Turniertraining. Das hat mit normalem Freizeittanzen null zu tun. Niemals würde ich in meinem normalen Tanzkurs mit dem Stock anfangen.“ CWS: „Die Leute würden ja draußen ausgelacht. Die sollen hier mit Freude tanzen und nicht den Affen machen.“

Es fängt bei den Füßen an

Im Fernsehen setzt die Musik ein: „Kiss me“. CWS sagt, man müsse Slowfox tanzen, als würde man auf Laub gehen. TWS: „Oh, oh, oh!“ Was war jetzt? „Ich weiß schon, der Llambi wird sagen, dass sie keine Fußarbeit gemacht hat. Mit Fußarbeit kann man übrigens immer kommen. Denn die Fußarbeit kann jemand gar nicht richtig machen, der nicht richtig tanzen kann.“ Wenig später Llambi: Man habe jetzt endlich auch mal im Fernsehen erkennen können, „dass die Fußarbeit nicht korrekt war“. CWS: „Er hat doch recht: Wenn man ordentlich tanzen will, geht es unten bei den Füßen los.“

Es folgt Giovanni Zarrella mit einer sehr beachtlichen Salsa, bei der Mutter und Tochter auffällt, dass die Profitänzerin die Hüften turniermäßig stärker betont, als das die Salseros in Lateinamerika auf der Straße tun: wunderbar, aber eben „Show-Salsa“. Dann Heinrich Popow, der Paralympics-Sieger, der mit einer Unterschenkelprothese tanzt, laut CWS eine enorme Leistung. Sie weiß, wovon sie spricht: Ihr Schwiegervater hatte im Krieg ein Bein verloren und arbeitete danach trotzdem weiter als Tanzlehrer.

Kirsch und Sinató sorgen für Begeisterung

Der korpulente Komiker Faisal Kawusi, der an der Seite des „heißen Fegers“ (TWS) Oana Nechiti eine gute Entwicklung genommen hat, bekommt heute keine so gute Kritik. Er sei zu wenig präsent gewesen. CWS ist nicht einverstanden. Kawusi sei in den Hintergrund gegangen und habe so dafür gesorgt, dass Nechiti gut aussah, das sei seine Aufgabe.

Den Abschluss bildet das Curvy-Model Angelina Kirsch mit Massimo Sinató, dem Lamborghini unter den Profipartnern. Als wollte die Regie, dass sie weiterkommen, tragen sie zu ihrem Contemporary tolle Kostüme, dazu kommt ein wunderbares Lied: „Who Wants To Live Forever“ von Queen. „Bis in die Fingerspitzen ausgetanzt“, lobt CWS Kirsch, und als sie fertig sind: „Toll, ganz toll: so eine Choreographie in acht Tagen!“ Wir fragen CWS, ob wir so etwas auch lernen könnten. Darauf will sie sich nicht festlegen. Aber immerhin sagt sie: „Wer gehen kann, kann auch tanzen, und sei es mit dem Rollator.“ Dann gehen wir.

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