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Lesbische Eltern : Wenn nur die eine Mutter Rechte hat

Klagen gegen Diskriminierung: Carrie (links) und Marie-Luise mit ihren Zwillingen. Bild: Andreas Pein

Bei einer künstlichen Befruchtung wird der Ehemann der Mutter automatisch als Vater anerkannt – die Ehefrau aber nicht als Mit-Mutter. Lesbische Ehepaare ziehen deshalb vors Bundesverfassungsgericht. Ist eine Trendwende in Sicht?

          8 Min.

          Eine Frau, ein Mann, Anfang dreißig, verheiratet. Sie wün­­schen sich ein Kind, es klappt nicht. Sie wenden sich an eine Klinik, entscheiden sich für eine anonyme Samenspende aus einer Samenbank. Im Reagenzglas wird die Eizelle der Frau künstlich befruchtet und nistet sich in ihrer Gebärmutter ein. Als sie das Kind zur Welt bringt, steht ihr Ehemann automatisch als Vater in der Geburtsurkunde, ob­wohl er genetisch nicht mit dem Kind verwandt ist. Seine „Legitimation“ laut geltendem Abstammungsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch: Er ist mit der Mutter verheiratet.

          Eva Schläfer
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine Frau, Marie-Luise, eine Frau, Carrie, Anfang dreißig, verheiratet. Sie wünschen sich ein Kind. Sie wenden sich an eine Klinik, entscheiden sich für eine anonyme Samenspende aus einer Samenbank. Als Marie-Luise neun Monate später Zwillinge zur Welt bringt, steht ihre Ehefrau Carrie nicht als Mit-Mutter in der Geburtsurkunde. Dass sie mit der leiblichen Mutter verheiratet ist, spielt keine Rolle. Die deutsche Gesetzgebung sieht keine gemeinsame Elternschaft ei­nes lesbischen Ehepaares qua Geburt vor. Sondern für Carrie den Weg der Stiefkindadoption ihrer Tochter und ih­res Sohnes.

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