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„Lawine riesigen Ausmaßes“ : Keine Hoffnung mehr für vermisste Bergsteiger in Kanada

  • -Aktualisiert am

Ein Leben in den Bergen: Instagram-Seite von Hansjörg Auer Bild: Instagram/Screenshot/hansjoergauer

Für drei der besten Kletterer und Bergsteiger der Welt besteht nach einem Lawinenabgang keine Hoffnung mehr. Einer von ihnen, David Lama, galt schon früh als Wunderkind des Klettersports.

          Drei der besten Kletterer und Bergsteiger der Welt werden in Kanada vermisst. Nach einem Lawinenabgang besteht keine Hoffnung mehr, den 35 Jahre alten Hansjörg Auer und den 28 Jahre alten David Lama, beide aus Österreich, sowie den 36 Jahre alten Amerikaner Jess Roskelley lebend zu finden. Die drei sollen am Dienstag in die schwierige aus Eis- und Felspassagen bestehende Mixed-Kletterroute M16 in der Ostwand am Howes Peak im kanadischen Banff Nationalpark eingestiegen sein.

          Nachdem Roskelley sich nicht wie vereinbart am Dienstag bei seinem Vater John, der in den siebziger und achtziger Jahren ebenfalls ein hervorragender Alpinist mit zahlreichen Erstbegehungen war, gemeldet hatte, setzte der am Mittwoch einen Notruf ab, wie auf spokesman.com zu lesen ist, dem Online-Portal der Regionalzeitung von Spokane im amerikanischen Bundesstaat Washington, woher Roskelley stammt.

          Berichten zufolge konnten die kanadischen Suchmannschaften am Mittwoch vom Hubschrauber aus am Howes Peak eine „Lawine riesigen Ausmaßes“ erkennen. Auf der Lawine soll auch verstreute Kletterausrüstung zu sehen gewesen sein und ein teilweise verschütteter Körper. Die weitere Suche und Bergung wurde wegen einer prognostizierten Wetterverschlechterung und steigender Lawinengefahr nicht weiter fortgesetzt. Außerdem wurde das Gebiet aufgrund der Gefahren von der Park-Verwaltung weiträumig gesperrt.

          Die drei Bergsteiger waren überaus erfahren und galten als sehr umsichtig. Hansjörg Auer sorgte 2007 mit der Free-Solo-Begehung der Route „Weg durch den Fisch“ (Schwierigkeitsgrad IX-) an der Marmolata-Südwand in den Dolomiten für Aufsehen. 2014 wurde er für die Erstbesteigung des Kunyang Chhish East mit dem Piolet d’Or, dem Bergsteiger-Oscar, ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr eröffnete Auer am 7157 Meter hohen Lupghar Sar West in Pakistan eine neue Route im Alleingang. Es war gleichzeitig die erste Durchsteigung der Westwand des Bergs. Auf die Frage, wem er derzeit am ehesten eine ernsthafte Weiterentwicklung des Bergsteigens zutraue, antwortete Reinhold Messner im vergangenen Jahr: „Von den Bergsteigern der jungen Generation fühle ich mich am ehesten mit Auer verbunden. Der Hansjörg ist mein Liebling.“

          David Lama galt schon früh als Wunderkind des Klettersports. Als Sechzehnjähriger gewann er als überhaupt erster Bergsteiger einen Vorstieg- und Boulder-Weltcup in einer Saison. Einer seiner größten Erfolge war 2012 die erste freie Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre in Patagonien. Im Oktober 2018 gelang ihm die Solo-Erstbesteigung des 6895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler. Jess Roskelley stand als Zwanzigjähriger auf dem Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest; gemeinsam mit seinem Vater. Er war damals der Jüngste, der jemals den Gipfel des höchsten Bergs der Welt erklommen hatte.

          In der Vorwoche hatten die drei Ausnahmealpinisten schon die als extrem geltende Mixed-Route „Andromeda Strain“ am Mount Andromeda erfolgreich absolviert. Seit ihrer Erstdurchsteigung im April 1983 waren in dieser Route nur etwas mehr als zwei Dutzend Seilschaften erfolgreich. Roskelley schrieb darüber auf Instagram: „Was für ein beeindruckendes Erlebnis, mit diesen beiden zu klettern! Eine Route, die Spaß gemacht hat!“

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