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Lady Gaga in einem Ausschnitt aus der neuen Doku-Serie „The Me You Can’t See“ Bild: AP

In neuer Doku-Serie : Lady Gaga spricht über Schwangerschaft nach Vergewaltigung

  • -Aktualisiert am

Lady Gaga sagt in der neuen Doku-Serie „The Me You Can’t See“, dass sie nach einer Vergewaltigung durch einen Musikproduzenten schwanger geworden sei. Den Namen des Mannes nennt sie nicht – weil sie ihm nie wieder begegnen will.

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          In der Anfangsszene des Musikvideos zu ihrem Song „Rain on Me“, den die amerikanische Sängerin Lady Gaga im vergangenen Jahr gemeinsam mit Kollegin Ariana Grande veröffentlicht hatte, liegt Lady Gaga mit einem Messer im Oberschenkel im strömenden Regen. Nicht ohne Bedeutung: Das Lied hatte Gaga in einem früheren Interview als „Metapher für Tränen und die Menge an Alkohol, die ich zu mir nahm, um mich zu betäuben“ bezeichnet. 

          Bereits in der Vergangenheit hatte Gaga – die mit bürgerlichem Namen Stefani Germanotta heißt – darüber gesprochen, dass sie missbraucht worden war und deswegen unter einer posttraumatischen Belastungsstörung litt. Nun enthüllte sie während der ersten Folge der neuen Doku-Serie „The Me You Can’t See“ von Talkmasterin Oprah Winfrey und Prinz Harry, dass sie nach einer Vergewaltigung durch einen Musikproduzenten schwanger geworden war. Ausschnitte sind zum Beispiel bei „The Sun“ zu sehen.

          Als sie anfängt von ihrem Martyrium zu erzählen, bricht die 35 Jahre alte Popsängerin in Tränen aus. So sei sie mit 19 Jahren in den Anfängen ihrer Karriere von einem Musikproduzenten dazu aufgefordert worden, sich auszuziehen. Nachdem sie sich geweigert habe, habe man ihr damit gedroht, ihre gesamte Musik zu verbrennen. „Sie hörten nicht auf. Ich war wie eingefroren – ich erinnere mich nicht einmal mehr“, sagt Gaga in der Sendung. 

          Auf ihre damalige Schwangerschaft sowie deren Ende geht die Sängerin in der Sendung nicht im Detail ein – sie habe aber noch bis vor wenigen Jahren unter den Folgen der Vergewaltigung gelitten. Darüber hinaus beschreibt sie, wie sie Jahre nach dem Vorfall aufgrund von Schmerzen und einem Taubheitsgefühl ein Krankenhaus aufgesucht habe und überrascht gewesen sei, dort zu einem Psychologen statt zu einem Arzt geschickt zu werden. 

          „Ich war wochenlang krank“

          Zuerst habe sie sehr starke Schmerzen gehabt, danach sei sie wie taub geworden, so Gaga weiter. „Ich war wochenlang krank und realisierte, dass es derselbe Schmerz war, den ich gefühlt habe, als die Person, die mich vergewaltigte, schwanger an einer Ecke rausschmiss“, sagt Gaga. „In meinem Elternhaus erbrach ich und war krank – denn ich war missbraucht worden.“

          Außerdem sagt die Sängerin, dass sie sich durch den Schmerz verändert habe und dieser zu einer psychotischen Episode geführt habe, die auch noch angedauert habe, als sie 2019 den Oscar für ihre Rolle in dem Musikfilm „A Star Is Born“ überreicht bekam. „Für mehrere Jahre war ich nicht mehr dasselbe Mädchen“, sagt Gaga. „Ich hatte so viele MRTs und Scans, wo nichts gefunden wurde. Aber dein Körper erinnert sich.“

          In der Sendung sagt Gaga, dass sie bewusst darauf verzichte, den Namen des Produzenten zu nennen – um zu vermeiden, ihm jemals wieder zu begegnen. Die Musikindustrie bezeichnet sie als gewalttätig und gefährlich. 

          In der neuen Doku-Serie auf dem amerikanischen Streaming-Dienst Apple TV+ sprechen Oprah Winfrey und Prinz Harry gemeinsam mit Prominenten über ihre psychischen Probleme. Die Sendung „The Me You Can’t See“ ist seit diesem Freitag auf Apple TV+ verfügbar.

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