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Zeremonie in Thailand : Eine Bootsparade für den König

Die Boote der Prozession sind bis zu 200 Jahre alt und werden sorgfältig konserviert. Bild: AFP

Mit einer prunkvollen Prozession ist die Krönungszeremonie des Thailändischen Königs zu Ende gegangen. Die Bootsparade hätte eigentlich schon im Oktober stattfinden sollen. Ein Skandal im Königshaus könnte für Verzögerungen gesorgt haben.

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          Mit einer Prozession goldverzierter Boote sind am Donnerstag die Krönungsfeierlichkeiten für Thailands König Maha Vajiralongkorn zu Ende gegangen. Wie bei der eigentlichen Krönung im Mai war das Ereignis durch großen Aufwand und die tiefe rituelle Bedeutung der Zeremonie geprägt. Mehr als 2200 Soldaten saßen in den 52 Gondeln, die über den Fluss Chao Phraya in der Hauptstadt Bangkok fuhren. Die Strecke führte über 3,4 Kilometer entlang von Tempeln, Pagoden und Palästen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Nach Angaben der „Bangkok Post“ hatten sich etwas mehr als 10.000 Zuschauer an den Ufern versammelt. Viele waren in gelbe Hemden gekleidet. Gelb ist in Thailand die Farbe des Königs. Die Prozession wurde von Trommeln und buddhistischen Gesängen begleitet.

          Die Tradition der Bootsparade soll einen kriegerischen Ursprung haben und darauf zurückzuführen sein, dass einst der König die Kriegsflotte in den Kampf führte. Sie soll die Macht und die Position des Königs als Verteidiger der Souveränität demonstrieren. Die Boote sind bis zu 200 Jahre alt und werden sorgfältig konserviert.

          Prozession sollte schon früher stattfinden

          Zuletzt hatten Prozessionen im Jahr 2006 aus Anlass des 60. Thronjubiläums des damaligen Königs Bhumibol Adulyadej und seinem 80. Geburtstag im Jahr danach stattgefunden. Bhumibol war am 13. Oktober 2016 als am längsten regierender Monarch der Welt gestorben. Der 67 Jahre alte Maha Vajiralongkorn hatte den Thron bestiegen und sich mit Verzögerung krönen lassen. Auch die Bootsparade hätte eigentlich schon im Oktober stattfinden sollen. Sie war aber kurzfristig verschoben worden.

          König Vajiralongkorn wird während der Prozession auf einem Sessel durch die Straßen Bangkoks getragen. Bilderstrecke

          Es wird ein Zusammenhang mit der Trennung des Königs von seiner Zweitfrau Sineenat Wongvajirapakdi kurz vorher vermutet. Der König hatte sie erst wenige Wochen zuvor in einer Wiederbelebung alter Traditionen zu seiner königlichen Konkubine erklärt. Doch dann wurde sie plötzlich aus dem Palast verstoßen. Bei der Prozession am Donnerstag saß neben dem Monarchen die Königin Suthida auf dem prächtigsten Boot von allen.

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