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Befristete Lehrerverträge : Ohne Bezahlung in die Sommerferien?

Befristete Verträge lassen Lehrer in vielen Bundesländern jede Sommerferien wieder bangen, ob sie im neuen Schuljahr Arbeit haben werden. Bild: dpa

Während der Sommerferien müssen viele Lehrer darum bangen, im nächsten Schuljahr wieder eingestellt zu werden. Schuld daran sind befristete Verträge. Einen zufriedenstellenden Lösungsansatz gibt es bisher nicht.

          Die Zeit der Sommerferien geht dem Ende entgegen. Die letzten Bundesländer rüsten sich für die Rückkehr in den Alltag – in Bayern und Baden-Württemberg beginnt die Schule nächste Woche. Viele Lehrer, vor allem im Südwesten, können die Sommerferien aber nicht genießen. Sie mussten sich arbeitslos melden und zum Teil darum bangen, im nächsten Schuljahr wieder eingestellt zu werden. Das geht aus einer Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hervor, die der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Klaus Ernst, auf eine Anfrage bekam.

          Christoph Strauch

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Demnach war im August 2015 die Zahl der arbeitslosen Lehrer auf 11 091 gestiegen, nachdem sie im Juli noch bei 5840 gelegen hatte. Im Jahresdurchschnitt, so geht aus der Antwort des Ministeriums hervor, wurden 2015 ohne den Hauptferienmonat August 5200 arbeitslose Lehrer gezählt. Schon im Januar hatte die Bundesagentur für Arbeit mitgeteilt, dass in den Sommerferienmonaten bis zu 7000 Lehrer mehr arbeitslos waren als in normalen Monaten mit Schulunterricht - das lag vor allem an befristeten Verträgen, die zu Beginn der Sommerferien ausliefen. Spitzenreiter war Baden-Württemberg mit 2040 zusätzlich arbeitslosen Lehrkräften während der Sommerferien, gefolgt von Hessen mit 1000.

          Gründe für befristete Einstellungen oft rechtlicher Natur

          Im Norden und Osten ist das Phänomen nicht so stark verbreitet. Das hängt laut Ansgar Klinger von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit der Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt zusammen. „Bei der gravierenden Knappheit an Lehrkräften stellen diese Länder eher fest ein, während die westlichen Bundesländer bei einem größeren Angebot voll ausgebildeter Lehrkräfte es sich leisten können, befristet zu beschäftigen und später wieder einzustellen.“ Die GEW kritisiert die Praxis, Lehrpersonal „auf Kosten der Sozialkassen“ während der Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Für die betroffenen Lehrer bedeute dieses Sparmodell andauernde Unsicherheit und unbezahlte Arbeit, die Schulen könnten den Unterricht für das kommende Schuljahr nicht adäquat planen.

          Jochen Nagel vom GEW-Landesverband Hessen sagt, es gehe bei dem Thema um die grundsätzliche politische Frage, „inwieweit man bereit ist, durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse Geld einzusparen“. Eine Sprecherin des baden-württembergischen Kultusministeriums sagt dazu, mit Blick auf den Landeshaushalt sei „die Weiterbeschäftigung aller befristet Beschäftigten über die Sommerferien hinweg schlichtweg nicht finanzierbar“. Befristete Beschäftigungen seien aber die Ausnahme: „Von allen Lehrkräften im baden-württembergischen Schuldienst werden derzeit rund zwei Prozent befristet beschäftigt. Über 90 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer dagegen sind verbeamtet.“

          Gründe für eine befristete Einstellung sind demnach oft rechtlicher Natur, wenn zum Beispiel eine Lehrperson nicht über eine Laufbahnbefähigung für den Schuldienst verfügt. Oft handele es sich auch um Berufsanfänger, die wegen ihrer Qualifikation oder wegen eines speziellen Ortswunsches nicht fest eingestellt wurden.

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