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Befristete Lehrerverträge : Ohne Bezahlung in die Sommerferien?

  • -Aktualisiert am

Schulverwaltungen können auf befristete Verträge nicht verzichten

Befristete Verträge sind aus Sicht der Schulverwaltungen unentbehrlich, weil dadurch Arbeitsausfälle etwa wegen längerer Krankheiten, wegen Mutterschutzes oder Elternzeit ausgeglichen werden. In Hessen wurde unter dem damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch die „Unterrichtsgarantie Plus“ eingeführt, um die Zahl der Unterrichtsausfälle zu senken. Das Programm sah vor, dass als Vertretungslehrer auch Personen ohne pädagogische Ausbildung eingesetzt werden konnten. Für GEW-Landeschef Nagel war das der Beginn einer Entwicklung, „dass man Kräfte von außen geholt hat und gleichzeitig auf preisgünstigere Beschäftigungsverhältnisse setzte“. Die Folgen seien unter anderem arbeitsrechtliche Extremfälle. „Wir hatten eine Grundschulkollegin, die schon zwölf Jahre auf Vertretungsbasis Unterricht gegeben hat und vor Gericht gesagt bekam, dass sie nicht qualifiziert sei für eine unbefristete Einstellung.“

In Hessen gab es in den vergangenen Jahren mehrere gesetzliche Regelungen, um die Situation von befristet beschäftigten Lehrkräften zu verbessern. Edith Krippner-Grimme, hessische Landesvorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, verweist darauf, dass solche Lehrkräfte in Hessen mittlerweile unter bestimmten Voraussetzungen auch während der Sommerferien bezahlt werden müssen - dann nämlich, wenn sie zuvor zehn Monate durchweg mit befristeten Verträgen angestellt waren; oder aber, wenn klar ist, dass es direkt nach den Sommerferien einen neuen Vertrag gibt.

In Hessen sollen Entfristungsangebote Ausgleich schaffen

Eine andere Regelung, die den Lehrkräften eigentlich zugute kommen soll, scheint derweil nicht nur Vorteile zu bringen. Demnach sollen in Hessen die Arbeitsverhältnisse von befristet beschäftigten Lehrkräften, die mehr als 60 Monate beschäftigt waren, durch Entfristungsangebote abgebaut werden. „Je häufiger jemand bereits beschäftigt wurde, desto höher ist die Chance auf Übernahme in unbefristete Beschäftigung“, sagt GEW-Vorstand Klinger. „Gleichzeitig besteht auch ein gegenläufiger Trend. So werden in Hessen langjährig befristet Beschäftigte - oft ohne volle Lehramtsausbildung - nicht mehr weiter beschäftigt, weil man Entfristungsklagen fürchtet.“ Die Staatlichen Schulämter müssen jedes Mal prüfen, wie viele Jahre ein Vertretungslehrer schon in befristeten Verträgen gearbeitet hat, um im Fall einer erfolgreichen Klage des Betroffenen nicht plötzlich eine neue Stelle schaffen zu müssen - wenn zum Beispiel die vertretene Lehrkraft zurückgekehrt ist.

Eine Lehrerin, die seit Jahren in befristeten Verträgen arbeitet und während der Sommerferien nicht bezahlt wird, kritisiert das Vorgehen der Schulämter. „Egal, wie gern die Schulen jemanden haben wollen, wie sich die Direktoren dafür einsetzen, wie beliebt die Lehrkraft bei den Kindern und Eltern ist - der Bedarf wird von den Schulämtern vorgerechnet“, sagt sie. Letztlich seien nicht nur die Lehrer die Leidtragenden, sondern auch die Schüler: „Es gibt keine Kontinuität, weder didaktisch noch menschlich.“ Es gebe Lehrkräfte, die sich über mehrere Jahre jeweils vor den Sommerferien von derselben Schulklasse verabschiedet haben - da sie zu dem Zeitpunkt oft nicht wüssten, ob sie im neuen Schuljahr weitermachen dürfen.

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