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Seelsorgerin im Interview : „Auf Kreuzfahrten gibt es viel Not“

  • -Aktualisiert am

Auf dem Meer kann es einsam werden. Bild: dpa

Die ehemalige Pfarrerin Katharina Plehn-Martins arbeitet als Bordgeistliche auf Kreuzfahrtschiffen. Im Interview erklärt sie, wieso Menschen gerade im Urlaub nach Gott suchen und warum das Mittelmeer für sie heute tabu ist.

          5 Min.

          Frau Plehn-Martins, Sie waren inzwischen auf sieben Kreuzfahrten als Seelsorgerin tätig. Warum nehmen Menschen, die diese Art von Urlaub machen, Ihr Angebot wahr?

          Kai Spanke

          Redakteur im Feuilleton.

          Auf solchen Schiffen finden Sie jeden erdenklichen Typus – wie im richtigen Leben. Das ist ein Kosmos, in dem sich die Gesellschaft im Kleinen abbildet. Es gibt Glückseligkeit, und es gibt Not. Viele Gäste versuchen, vor ihren Schwierigkeiten zu fliehen. Allerdings werden besonders Menschen, die alleine sind oder einen Partner verloren haben, auf hoher See von den Problemen des Alltags mit voller Wucht eingeholt. Gerade in einer schönen Urlaubsumgebung ist die Einsamkeit erbarmungslos präsent, weil man die Eindrücke nicht teilen kann. Meine Rede ist immer: Es passen sehr viele Sorgen in einen Koffer. Wer denkt, er könne sie an Land abgeben, irrt sich. Sie kommen mit.

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