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Lieber Berlin als Chemnitz? : Kraftklub-Sänger zieht bei AfD-Regierung Wegzug in Betracht

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Felix Kummer, Sänger der Rockband Kraftklub, in Chemnitz beim #wirsindmehr-Konzert gegen Rassismus im September 2018. Bild: dpa

Die AfD liegt in den Umfragen für die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg weit vorn. Sollte sie sich in Sachsen an der Regierung beteiligen, will Kraftklub-Sänger Felix Kummer Konsequenzen ziehen.

          Der Sänger der Chemnitzer Band Kraftklub, Felix Kummer, sieht Berlin als neue mögliche Heimat, sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen an einer Regierung beteiligt sein. „Wenn die AfD hier wirklich in die Landesregierung kommt, dann bin ich wahrscheinlich weg von hier. Dann schmeiß ich all meinen Chemnitz-Lokalpatriotismus über Bord, geh nach Berlin und gentrifiziere schön was weg“, sagte Kummer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

          Kummer schließt es demnach nicht aus, dass die sächsische CDU entgegen der bisherigen Haltung ihres Landeschefs und Ministerpräsidenten Michael Kretschmer je nach Wahlergebnis doch mit der AfD Koalitionsverhandlungen führt.

          Die Sachsen gehen wie auch die Brandenburger am 1. September an die Wahlurnen. Jüngsten Umfragen zufolge kann die CDU mit um die 30 Prozent damit rechnen, stärkste Partei zu werden, braucht voraussichtlich aber mindestens zwei weitere Parteien für eine Koalition jenseits der AfD. Die Alternative für Deutschland lag Umfragen nach zuletzt etwa sechs Prozentpunkte hinter der CDU.

          Kraftklub machte im vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen Musikern beim Gratis-Konzert #wirsindmehr mit 65.000 Besuchern gegen Rechts mobil. Es war eine Reaktion auf rechte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe in der Stadt, nachdem ein 35 Jahre alter Deutscher am Rande des Stadtfestes erstochen worden war. Wegen der tödlichen Messerattacke ist vor wenigen Tagen ein 24 Jahre alter Syrer vom Landgericht Chemnitz zu neun Jahren und sechs Monaten Haft unter anderem wegen gemeinschaftlichen Totschlags verurteilt worden. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

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