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Corona in Kolumbien : Rot, die Farbe des Hungers

  • -Aktualisiert am

Leiden sehr: Nieve Castro (links) teilt sich mit ihrer Tochter Nubia (rechts) eine winzige Wellblechhütte. Bild: Franziska Pröll

Nieve Castro hat nur noch Reis für wenige Tage, zwei Tomaten, eine Karotte und drei Zwiebeln. Wie sie leiden Millionen Menschen wegen des Lockdowns in Kolumbien an Hunger. Vor Fenster und Türen haben sie rote Tücher gehängt – als Zeichen der Not.

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          Nieve Castro stellt den leeren Topf zurück auf ihren Gasherd. Gerade hat die 70 Jahre alte Frau ihr Frühstück daraus gelöffelt. Satt ist sie nicht. „Alles, was ich gegessen habe, ist ein bisschen Reis“, sagt sie. Um zu zeigen, wie ungenügend die Mahlzeit war, formt sie mit Daumen und Zeigefinger ihrer rechten Hand einen kleinen Kreis. Ihre Portionen schrumpfen mit jeder Woche, die Abstände zwischen zwei Mahlzeiten vergrößern sich. „Seit das Virus hier angekommen ist, reicht es nur noch für ein Essen pro Tag.“

          Wegen der Corona-Pandemie gilt in Kolumbien seit dem 25. März eine landesweite Ausgangssperre. Drei Mal hat Präsident Iván Duque sie inzwischen verlängert, Anfang Mai gab er gleichzeitig Lockerungen für einige Wirtschaftsbereiche bekannt: Autohändler, Wäschereien, Werkstätten und Schreibwarengeschäfte dürfen nun wieder öffnen, wenn sie Schutzmaßnahmen einhalten.

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