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Schwedischer Staatsbesuch : Ein Stück Mozart in der Elbphilharmonie

Was für ein Genuss: Silvia und Carl Gustaf freuen sich mit Olaf Scholz (links) in der Elbphilharmonie. Bild: dpa

Bei der zweiten Station seiner Deutschlandreise gratuliert das schwedische Königspaar Hamburg schon mal zu seiner neuen Sehenswürdigkeit. Silvia und Carl Gustaf bekommen sogar einen exklusiven Vorabblick.

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          Zuletzt war die Königin allein in Hamburg gewesen. Im Mai gratulierte Silvia von Schweden einem schwedischen Haushaltswarenhändler, als der in Hamburg eine erste Filiale eröffnete. Es war ein Besuch fast inkognito. Aber auch sonst sind Königin und König oft in Deutschland, zumeist auf Verwandtenbesuch. Sie stammt schließlich aus Deutschland, er hat deutsche Wurzeln, und beide haben sich in Deutschland kennengelernt, bei den Olympischen Spielen 1972 in München. 2003 war die Königin auch Gast beim traditionellen Matthiae-Mahl im Rathaus, dem angeblich ältesten noch heute begangenen Festmahl.

          Frank Pergande
          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Diesmal aber kamen Silvia und König Carl XVI. Gustaf gemeinsam zum offiziellen Staatsbesuch, dem erstaunlicherweise erst dritten nach 1979 und 1993 in Deutschland. Hamburg war die zweite Station der vier Tage währenden Reise. Von Berlin aus erreichte das Paar Hamburg mit dem Zug. Vom Dammtorbahnhof ging es mit Motorradeskorte zum Rathaus, wo neben Schülern und Lehrern der skandinavischen Schule gleich noch eine Königin und zwei Prinzessinnen auf dem roten Teppich zur Begrüßung erschienen waren: die Ernte-Majestäten aus den Vier- und Marschlanden. Silvia erschien in einem weiten blauen Mantel und ohne Hut, der König, den man am Mittwoch bei der militärischen Begrüßung in Berlin neben Bundespräsident Gauck in Uniform mit Schärpe bewundern durfte, im dunklen Anzug.

          „Senatsfrühstück“ mit mehreren Gängen

          Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) begrüßte die Majestäten auf der Senatstreppe. Es ist eine alte Tradition und ein Symbol hanseatischen Stolzes, dass Gäste zum Gastgeber hinaufschauen und -gehen müssen. Das Paar nahm für eine Dreiviertelstunde an einer Wirtschaftskonferenz der Handelskammer teil, gelegen gleich neben dem Rathaus. Um „Nachhaltige Mobilität“ ging es. Die 150 Gäste dort erhoben sich aus ihren schweren Lederstühlen, als die Majestäten eintraten. Immerhin könnte durch den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels Hamburg das werden, was es seinem Selbstverständnis nach schon jetzt zu sein meint: die südlichste skandinavische Stadt.

          Dazu gehört ein bisschen auch das Understatement. Das Königspaar war kurz nach zwölf zum „Senatsfrühstück“ geladen, und das ist im Rathaus traditionell ein veritables Mittagessen mit mehreren Gängen und allen Senatsmitgliedern plus weiteren Gästen. Ganze fünf Stunden hatten die Majestäten aus Schweden für Hamburg Zeit.

          Die Plaza der Elbphilarmonie öffnet eigentlich erst im November

          Letzte Station der Reise musste natürlich Hamburgs neue Sehenswürdigkeit sein, die Elbphilharmonie. In knapp 100 Tagen wird das Konzerthaus offiziell eröffnet. Die Querelen um die ins Sagenhafte gestiegenen Baukosten scheinen vergessen, jetzt ist die Vorfreude groß. Im Saal probte das NDR-Sinfonieorchester, der Hausherr, der sich deshalb „Elbphilharmonie Orchester“ nennt. König und Königin wurde dann die sogenannte Plaza gezeigt, eine Aussichtsplattform zwischen dem alten Kaispeicher aus Backstein unten und dem eigentlichen gläsernen Konzerthaus darüber. Silvia gratulierte Hamburg zu dem Konzertsaal. Man habe ein Stück von Mozart gehört, und das sei großartig gewesen.

          Erst von November an wird die Plaza mit ihrem Traumblick über Elbe, Hafen und Stadt für alle geöffnet sein. Für Königspaare werden schon vorab die Tore geöffnet. Sozusagen rechtzeitig zum hohen Besuch, wenngleich von ihm wohl kaum bemerkt, wurden auch die drei Kräne, sogenannte Halbportalkräne, vor dem Kaispeicher wieder montiert, die bis in die neunziger Jahre Kaffee- und Kakaosäcke verluden, heute unter Denkmalpflege stehen und nur noch liebevoll restaurierte Staffage sind. Zurück nach Berlin ging es für die Majestäten mit dem Hubschrauber.

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