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Besuch von Königin Margrethe : Empfangen wie eine Freundin

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Königin Margrethe II. mit ihrem Sohn, dem 53 Jahre alten Kronprinzen Frederik, vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Bild: Reuters

Königin Margrethe II. von Dänemark ist in Deutschland angekommen – und wird wie eine Freundin empfangen. Die 81 Jahre alte Monarchin und ihr Sohn haben während des viertägigen Staatsbesuchs ein strammes Programm vor sich.

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          Am Morgen war sie mit militärischen Ehren vor dem Schloss Bellevue begrüßt worden, am Abend traf sie dort Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wieder zum Staatsbankett. Königin Margrethe II. von Dänemark hat am Mittwoch ihren vier Tage dauernden Staatsbesuch in Deutschland begonnen. Die 81 Jahre alte Monarchin hat ein strammes Programm vor sich. Begleitet wird sie dabei von ihrem Sohn, dem 53 Jahre alten Kronprinzen Frederik.

          Am Mittwoch besuchte sie die Charité, ließ sich dort unter anderem ein Einsatzmobil für Schlaganfallpatienten zeigen. Margrethe, die seit fast 50 Jahren Königin ist, ging auch durch das Brandenburger Tor, in Begleitung des scheidenden Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD). Vor der Neuen Wache, dem Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, legten sie und der Kronprinz einen Kranz nieder. Und sie traf die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel.

          Margrethe gilt als ungewöhnliche Monarchin, nicht nur, weil sie stark raucht und gern bunte Kleidung trägt – am Mittwoch trug sie ein taubenblaues Kostüm und einen gleichfarbigen Hut. Sie ist auch sehr interessiert an Kunst und Kultur, hat mit ihrem verstorbenen Mann Henrik vor vielen Jahren ein Buch von Simone de Beauvoir übersetzt und ist zur Zeit an einer Produktion des Streamingdienstes Netflix beteiligt.

          Wie eine alte Bekannte

          Am Abend begrüßte Bundespräsident Steinmeier die Königin wie eine alte Bekannte. Er erinnerte daran, dass sie sich erst vor knapp fünf Monaten gesehen hatten, als sie in Nordschleswig an die friedliche Grenzziehung zwischen beiden Ländern im Jahr 1920 erinnerten. In einer Zeit, in der in Europa Konflikte über Grenzen und Territorien wieder aufflammten, sei diese Grenzziehung ein leuchtendes Beispiel „für die Befriedung eines Konflikts, der viele Generationen gespalten hat“, sagte Steinmeier laut Redemanuskript.

          Die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland „steht auch für das große Glück der Deutschen, unsere Nachbarn heute Freunde nennen zu dürfen“. Der Bundespräsident erinnerte auch daran, dass zum ersten Mal seit 1953 wieder ein Abgeordneter des Südschleswigschen Wählerverbandes im Bundestag sitzt, der die dänische Minderheit vertritt.

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