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Letizia von Spanien wird 50 : Könnerin, Kämpferin, Königin

Mehr als nur eine Modeikone: Die spanische Königin Letizia Anfang August auf Mallorca. Bild: AFP

Mehr als nur eine Modeikone: Die ehemalige Fernsehmoderatorin setzt als Frau des spanischen Königs eigene Akzente. Am Donnerstag feiert Letizia ihren 50. Geburtstag – ganz privat.

          3 Min.

          Der Geburtstag findet im offiziellen Kalender des spanischen Königshauses keine Er­wähnung. Königin Letizia wird am Donnerstag 50 Jahre alt. Solche Feiern sind für das spanische Königspaar eine Privatangelegenheit; auch König Felipe VI. hielt es bei seinem 50. Geburtstag so. Letizia versteht sich als eine arbeitende Königin mit dem Recht auf ein eigenes Leben, fernab der Kameras der Paparazzi. So geht sie manchmal selbst im Carrefour-Supermarkt in der Nähe des Zarzuela-Palasts einkaufen. „Was machst du da“, fragte eine Kundin sie er­staunt und neugierig. „Tomaten kaufen, genau, wie du“, antwortete die Monarchin schlagfertig, wie die Zeitung „El País“ be­richtete.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die gesunde Ernährung ihrer Familie ist ihr wichtig. Ihre Gesprächspartner berichten immer wieder, dass die frühere Journalistin sie bald danach gefragt habe, wie sie sich denn ernährten. Gesundheit ist neben Bildung eines der wichtigsten Themen, für die sie sich von Anfang an engagierte. Am Tag nach ihrem Geburtstag ist sie in Ma­drid Ehrengast des Benefizkonzerts der spanischen Gesellschaft für Krebsforschung.

          Eine Feministin, eine Modeikone, ein Rätsel?

          Mehr als 3000 öffentliche Auftritte hatte Letizia Ortiz Rocasolano, seit sie vor 18 Jahren Mitglied der königlichen Familie wurde – die geschiedene Tochter einer Kran­kenschwester und Enkelin eines Taxifahrers. Seit acht Jahren ist die Bürgerliche spanische Königin. Sie brauchte Zeit, um sich an Felipes Seite zu emanzipieren und ihre eigene Rolle zu finden. Kurz vor ihrem 50. Geburtstag wirkt sie mit sich im Reinen. „Ihr Stil ist der einer feministischen Kö­nigin, die genau dort ist, wo sie sein will“, schreibt die Zeitschrift „Hola“, gut hundertmal war Letizia bei „Hola“ schon die Titelgeschichte.

          „Perfektionismus“ ist ein Begriff, der in fast allen Berichten über sie auftaucht und nicht nur anerkennend gemeint ist: Zu perfekt sei die Königin, sie versuche alles bis ins letzte Detail zu kontrollieren, lautet ein sanfter Vorwurf. Das mache sie unnahbar, manche sprechen sogar von Kälte. Mit „Das Rätsel Letizia“ hat das Wochenendmagazin von El País seine Hommage zum Geburtstag überschrieben, mit dem Untertitel: „Von Beruf Königin“. Anderswo nennt man sie „die Unbekannte“ und „das Geheimnis“.

          Auch im Ausland wird sie gern auf eine Modeikone reduziert, als wäre sie vor allem Influencerin und Markenbotschafterin für einheimische Produzenten wie Zara und Mango. Zusammen mit ihrer Stylistin, die seit Jahren für sie arbeitet, hat sie für sich und ihre Töchter einen eigenen Stil gefunden. Was sie und Kronprinzessin Leonor tragen, ist am nächsten Tag oft bei den spanischen Modeketten ausverkauft. Schon vor der Corona-Pandemie zeigte sie sich sparsam. Sie trägt ihre Kleider mehr als einmal, was in Königshäusern nicht selbstverständlich ist. Vor wenigen Monaten zeigte sie sich sogar in einem Valentino-Modell ihrer Schwiegermutter.

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