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Schild an Geldautomat : „Liebe Kriminelle, bitte nicht sprengen“

  • Aktualisiert am

Höfliche Bitte: Schild an einem Geldautomaten in Köln-Nippes Bild: dpa

Ein Musiker in Köln wendet sich mit einem Metallschild neben dem Tastenfeld an rücksichtslose Geldautomaten-Räuber: Von einer Sprengung des Automaten solle bitte abgesehen werden. Der Hintergrund ist ernst.

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          Wer an Automaten Geld abhebt, stößt auf zahlreiche Aufkleber mit Informationen für eine möglichst reibungslose Transaktion. Mal geht es um sachdienliche Hinweise, wie die Karte einzuführen ist, mal um das Limit, mal wird man freundlich daran erinnert, am Ende weder Karte noch Scheine steckenzulassen. Winston Friday hat das Feld der Hinweise um eine persönliche Bitte erweitert. Mit einem Metallschild, das er direkt neben das Tastenfeld eines Automaten in seinem Wohnhaus in Köln-Nippes geklebt hat, wendet sich der Musiker an eine besonders schwierige „Kunden“-Gruppe: „Liebe Kriminelle, bitte sprengen Sie diesen Geldautomaten nicht. Darüber befindet sich ein Schlafzimmer.“

          Das Schild ist schon ein Jahr alt – Friday brachte es an, als der Automat in die Außenfassade eingebaut wurde –, doch erst nach einem Bericht einer Boulevardzeitung ging die nur oberflächlich betrachtet lustige Sache nun viral. Denn todernster Hintergrund der Aktion ist der seit Jahren andauernde Raubzug vornehmlich aus den Niederlanden stammender Banden. Eine, manchmal mehrere Sprengattacken auf Geldautomaten in Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und vor allem Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit Nacht für Nacht. Die Täter gehen ohne Rücksicht auf Passanten oder Anwohner vor. So wie am Dienstagmorgen in Ratingen bei Düsseldorf. Dort war die Wucht der Explosion so groß, dass Fenster- und Fassadenteile bis zu 20 Meter weit auf die gegenüberliegende Straßenseite geschleudert wurden. Personen kamen nicht zu Schaden. Das ist nicht immer so. Bei einer vergleichbaren Attacke im April in Bonn wurden zwei Hausbewohner verletzt.

          Mittlerweile versuchen immer mehr Banken, ihre Automaten mit Lüftungsanlagen, die eine Sprengung mit Gas unmöglich machen, oder mit Vernebelungsanlagen zu schützen. Das Geldinstitut, das den Automaten in Fridays Haus betreibt, setzt auf die Methode Farbpatrone – und tut natürlich auch das per Hinweisaufkleber kund: „Unsere Geldbestände werden bei einem Überfall mit Tinte eingefärbt und sind damit wertlos.“

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