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Auch in Karnevalshochburgen : Mehrere Karnevalsumzüge wegen Sturms am Sonntag abgesagt

  • Aktualisiert am

Verkleidete Menschen feiern vor dem Düsseldorfer Rathaus an Weiberfastnacht. Bild: dpa

Die Karnevalshochburgen Düsseldorf und Köln verzichten auf die großen Sonntagsumzüge. Der Rosenmontagsumzug soll jedoch stattfinden. In Hessen kommt es ebenfalls zu vereinzelten Absagen.

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          Wegen der erwarteten schweren Sturmböen haben die Veranstalter das bei den Jecken beliebte Kö-Treiben am Sonntag in der Karnevalshochburg Düsseldorf abgesagt. Das teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval am Sonntag mit. Der Rosenmontagszug sei aber nicht gefährdet.

          Auch anderswo haben die Jecken Probleme mit dem Sturm: Wegen des starken Windes sind am Sonntag auch die beliebten Schull- un Veedelszöch in Köln kurzfristig abgesagt worden. „Um alle Teilnehmenden und alle Jecken am Zugweg zu schützen, können die Zöch nicht stattfinden“, teilte die Stadt mit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Sonntag in ganz NRW vor Sturmböen bis Windstärke 9. Dazu soll es heftig und fast pausenlos regnen. Die großen Rosenmontagszüge sind nach den Prognosen der Meteorologen hingegen nicht gefährdet.

          Ekel-Wetter mit Dauerregen hält den Karneval eigentlich nicht auf - lediglich bei Sturm wird es gefährlich. Die Kölner Schull- un Veedelszöch wurden deshalb am Sonntag vorgezogen und die Zugstrecke stark verkürzt. Statt um 11.11 Uhr sollte es in Köln nun schon um 10.45 Uhr losgehen. Zudem wurde die Strecke um zwei Kilometer verkürzt und Aufbauten auf Fahrzeugen wurden wieder abgebaut. Die Schul- und Viertelszüge - wie sie auf Hochdeutsch heißen - gelten als die ursprünglichsten Karnevalsumzüge in Köln.

          Wind soll am Montag deutlich abflauen

          Abgesagt wurde der Tulpensonntagszug in Emmerich am Niederrhein, zu dem die Veranstalter 18.000 Menschen erwartet hatten. „Der Jeck in mir trauert. Aber bei derartigen Windböen ist es schlicht und einfach zu gefährlich, sich draußen aufzuhalten“, sagte Bürgermeister Peter Hinze. Auch die Umzüge in Essen-Kettwig, der Kinderkarnevalszug in Ratingen, der Umzug in Salzkotten im Kreis Paderborn, in Bedburg-Hau am Niederrhein und der Veedels-Zoch in Düsseldorf-Eller wurden abgesagt. Einige Umzüge sollen im Frühjahr nachgeholt werden. In Aachen wurde der Kinderzug verkürzt, Münster verzichtete auf einige Programmpunkte.


          Laut Deutschem Wetterdienst müssen die Jecken in NRW am Karnevalssonntag mit Sturmböen bis Windstärke 9 rechnen.

          Am Rosenmontag, wenn die ganz großen Umzüge in den Karnevalshochburgen stattfinden, soll der Wind aber deutlich abflauen. Das Festkomitee Kölner Karneval teilte mit, man gehe davon aus, dann „wie geplant“ durch die Stadt ziehen zu können.

          Schon an Weiberfastnacht hatte das Wetter den Jecken einen Strich durch die Rechnung gemacht: Wegen einer Unwetterwarnung war das Karnevalstreiben in der gesamten Düsseldorfer Altstadt für knapp eineinhalb Stunden unterbrochen worden. Auch im vergangenen Jahr waren mehrere kleinere Karnevalszüge in NRW wegen eines Sturms abgesagt worden, der große Düsseldorfer Rosenmontagszug musste um einige Stunden verschoben werden. 2016 wurde der Düsseldorfer Rosenmontagszug wegen des Sturmtiefs „Ruzica“ sogar ganz abgesagt und fünf Wochen später - an einem „Rosensonntag“ - nachgeholt. Der Rosenmontagszug in Köln ist weniger sturmanfällig als der Düsseldorfer mit seinen hohen Motivwagen.

          Absagen auch in Hessen

          Auch in Hessen kam es am Sonntag zu mehreren Absagen von Fastnachtsumzügen. Wie der Hessische Rundfunk am Sonntag mitteilte, hat die Stadt Oberursel den traditionellen Taunus-Karnevalszug mit seinen 184 Zugnummern aufgrund des schlechten Wetters absagen müssen. In Flieden bei Fulda und Absteinbach an der Bergstraße fallen die Umzüge ebenfalls aus.

          In Frankfurt und Wiesbaden finden die Umzüge nach aktuellem Stand statt. Dort werden Hunderttausende Zuschauer erwartet. In ganz Hessen muss mit Dauerregen gerechnet werden. Ab dem Mittag kommen auch hier vermehrt Sturmböen hinzu.

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