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Oberbayern : Kloster Altomünster wird geschlossen

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Die Kirche des Klosters Altomünster wird im Februar 2018 von der untergehenden Sonne angestrahlt. Bild: dpa

Rom hat gesprochen: Das Kloster Altomünster wird aufgelöst. Zwei Frauen hatten sich bis zuletzt dagegen gewehrt – eine von ihnen wohnt noch im Kloster. Auch sie muss jetzt gehen.

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          Nun ist es amtlich: Das oberbayerische Kloster Altomünster (Landkreis Dachau) wird aufgelöst. Das oberste Gericht der Apostolischen Signatur habe diese Entscheidung endgültig bestätigt, teilte das Erzbistum München und Freising am Mittwoch mit.

          In dem Dekret aus dem Vatikan wird demnach die bereits im Juni 2017 erfolgte Zurückweisung einer Beschwerde bestätigt, die die letzte in dem Kloster lebende Ordensangehörige, Schwester Apollonia Buchinger, gegen die Auflösung eingereicht hatte. Sie hatte sich inzwischen aber den neuen Umständen gebeugt und war nach Vilseck in der Oberpfalz umgezogen.

          Damit wird auch Claudia Schwarz ihre Hoffnung aufgeben müssen, in dem Kloster bleiben zu können. Schwarz lebte seit 2015 in dem einzigen deutschen Kloster des alten Birgitten-Ordens, um dort Novizin zu werden. Vergeblich hatte sie sich auch juristisch gegen den drohenden Rauswurf gewehrt.

          Das Erzbischöfliche Ordinariat betonte in seiner Mitteilung, das in lateinischer Sprache verfasste Dekret aus Rom halte ausdrücklich fest, dass es im Kloster Altomünster zum Zeitpunkt der Auflösung keine Kandidatinnen, Postulantinnen oder Novizinnen gab und die so bezeichneten Frauen weder gültig zugelassen noch Nonnen aus einem anderen Kloster waren.

          „Mit dem Dekret bestätigt sich erneut, dass eine noch im Kloster wohnende vermeintliche Ordensanwärterin zu keinem Zeitpunkt als solche zu betrachten war und zum Auszug verpflichtet ist“, betonte das Ordinariat. Die Kirche kann bei Gericht ein Zwangsgeld beantragen, um Schwarz’ Auszug zu erreichen.

          Das Erzbistum könne sich nun verstärkt auf ein Nutzungskonzept für das ehemalige Kloster und damit verbundene Flächen konzentrieren und die Zukunft Altomünsters als einen kirchlichen Ort entwickeln, hieß es.

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