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Debatte um Konsum : „Nur von Fleisch reden, hilft nicht weiter“

Sind Kühe klimaschädliche Emissionsproduzenten? Bild: dpa

Zum Verdruss von Fleischliebhabern wird angesichts schmelzender Polkappen und Hitzewellen über den Verzicht auf tierische Produkte diskutiert. Doch was denken Sie über den Fleischkonsum und seine Auswüchse? Das sind einige Ihrer Antworten.

          In der Debatte um den Klimawandel stehen seit diesem Frühjahr nicht mehr nur Flugzeuge, Autos und und rauchende Schlote der Industrie im Mittelpunkt, sondern auch: der Fleischkonsum. Rund um das Thema haben wir zwei Debattenstücke aus unserer Redaktion veröffentlicht, die jeweils unterschiedliche Meinungen vertreten.

          Unser Autor Benjamin Fischer wies darauf hin, dass der übermäßige Konsum von Fleisch nicht nur der Gesundheit schade, sondern auch für klimabelastende Emissionen sorge. Dem entgegenwirken könne der Konsument durch sein Ernährungs- und Konsumverhalten, denn der Verzicht auf Fleisch sei „kein Hexenwerk“.

          Jakob Strobel y Serra aus unserer Feuilleton-Redaktion ist bekennender Fleischliebhaber. Nicht der Fleischkonsum an sich, sondern der übermäßige Konsum ruiniere Regenwälder und Klima. Darüber hinaus macht unser Autor einen großen Bogen um „Billighack vom Discounter“ und „Fast-Food amerikanischer Imbissketten“.

          Doch was denken Sie über diese Diskussion? Wir haben Sie, liebe FAZ.NET-Leser, dazu aufgerufen, uns Ihre Meinung mitzuteilen – und haben einige Ihrer Argumente zusammengefasst.

          Aufgeheizte Diskussion

          Einige Leser möchten sich den Verzehr von Fleisch durch die Debatte nicht madig machen lassen. Björn Nashan bezeichnet Plädoyers gegen Fleisch als eine „Hexenjagd“. Diese sei eine „Kopfgeburt einer Überflussgesellschafft“. „Etwas Gelassenheit“ hält er daher für angebracht. „Meinungsdruck“ in Deutschland meint auch Harald Neubauer zu erkennen, mit dem er sich die Diskrepanz zwischen Umfragewerten zu Fleischkonsum und tatsächlicher Praxis erklärt. Nicht unsere Ernährungsgewohnheiten, sondern weit schlimmer sei das „Meinungsklima“, das Menschen zur „Selbstverleugnung“ anhalte. Nur sehr wenige Menschen, so erklärt außerdem Christian Borgelt, würden vor allem in solch umstrittenen Debatten ihre tatsächliche Meinung sagen, und stattdessen die „sozial akzeptierte Antwort geben“. Doch auch vegetarisch lebende Leser klagen über das Diskussionsklima. „Seit einiger Zeit wird das Thema nun offener diskutiert, und es gibt wirklich stichhaltige Argumente zu verzichten und schon fühlen sich alle Fleischesser von den sechs Prozent fleischlos Lebenden bedrängt und belästigt“, schreibt Roland Hamer.

          Weniger Fleisch und mehr Geld für Bio

          Ob nun vegetarisch lebend oder nicht – einige Leser sehen in einem reduzierten Verzehr von Fleisch die Lösung und fordern zudem mehr Bereitschaft für Bio-Produkte mehr Geld zu bezahlen. So etwa Lukas Werth, der nach eigener Aussage seit 16 Jahren vegetarisch lebt und zwar einräumt, dass nicht jeder Vegetarier werden könne, ein bewussterer Konsum jedoch möglich sein müsse. Auch laut Ron Geppo macht die Dosis das Gift. Fleisch müsse als etwas Besonderes gelten – und auch so genossen werden. In der Debatte würden viele allerdings nur schwarz oder weiß, Fleisch oder Gemüse und gut oder böse sehen. Leser Andreas Thomas plädiert dafür, klar zu differenzieren: „Nur von ,Fleisch' zu reden hilft nicht weiter“, sagt Thomas und weist darauf hin, dass die Kuh „allein durch ihre Existenz klimaschädliche Gase“ ausstoße. Die Lösung sieht er daher primär darin, den Rindfleischkonsum zu senken. Dies setzt Leser Ben Bauer in die Tat um, indem er, wie er schreibt, – wenn auch phasenweise – vegetarisch lebt.

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