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Klimaanlagen im Hochsommer : New York und das große Bibbern im Büro

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In den siebziger und achtziger Jahren stieg die Zahl der Haushalte mit Klimaanlagen massiv an. „Inzwischen ist der Sättigungsgrad quasi vollständig erreicht.“ Auch die Bürogebäude seien in den vergangenen Jahrzehnten immer mit eingebauten Klimaanlagen errichtet worden, die Fenster lassen sich häufig nicht öffnen. „Die meisten dieser Häuser wären heute im Sommer nicht benutzbar ohne diese Anlagen und wenn man das Thermostat auf wärmer einstellt, fühlt es sich sofort stickig an.“

Im East Village in New York hängen zahlreiche Klimaanlagen-Kästen an der Wand eines Appartementgebäudes.

Das habe sich auch auf die Kultur ausgewirkt. „Arbeitgeber glauben, dass ihre Mitarbeiter effizienter arbeiten, wenn sie intensiver gekühlt werden.“ Häufig leiden aber gerade Frauen unter den Bibbertemperaturen - was daran liegen könnte, dass die Einstellungen der Anlagen auf älteren Berechnungen auf Basis des männlichen Metabolismus basieren, wie niederländische Forscher im vergangenen Jahr herausfanden. Zudem gelte in den USA inzwischen: Je kälter, desto schicker, sagt Experte Cox. „Gerade im Einzelhandel und bei den Restaurants wird die Überkühlung als Zeichen von Opulenz gewertet.“

Mehr Klimaanlagen in Betrieb führten zu mehr Treibhausgasen, die wiederum zu wärmeren Sommern - und damit wiederum mehr Klimaanlagen führten, sagt Cox. „Es ist ein Teufelskreis.“ Der Experte selbst lebt einen möglichen Ausweg vor. „Meine Frau und ich benutzen keine Klimaanlage. Wir halten uns mit Ventilatoren, kaltem Wasser, Schatten und grüner Vegetation vor unseren nach Süden zeigenden Fenstern kühl. Außerdem backen und kochen wir bei heißem Wetter so wenig wie möglich und wir haben das Glück, einen immer kühlen Keller zu haben.“ Cox und seine Frau leben im US-Bundesstaat Kansas, wo es im Sommer bis zu 49 Grad Celsius warm wird. „Wenn wir es hier ohne Klimaanlage schaffen, sollte das doch auch im Rest des Landes möglich sein.“

Deutsche sind weniger verrückt nach Klimaanlagen

Die Verrücktheit nach der Klimaanlage, die in Amerika herrscht, ist den Deutschen fremd. Nach Angaben des Bundesamts für Umwelt betrug die Energienutzung durch Kältetechniken wie Klimaanlagen in Deutschland im Jahr 2014 14 Prozent des Energiebedarfs und ist für etwa fünf Prozent der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der Deutschland-Wert der Energienutzung durch Kältetechniken liegt also knapp 60 Prozent unter dem Wert der amerikanischen Metropole New York.

Zwar sind auch den Deutschen die Klimaunterschiede zwischen der Hitze im Freien und dem klimatisiertem Inneren wie Einkaufszentren, Bürogebäuden oder Supermärkten bekannt - doch treten diese seltener und weniger stark auf, als es in den Vereinigten Staaten der Fall ist. Während Klimaanlagen in amerikanischen Haushalten zum gewohnten Bild gehören, hält eine Mehrheit der Deutschen Klimaanlagen im eigenen Haushalt für nicht nötig, viele lehnen diese aus Umweltgründen ab. Eine Befragung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ergab, dass lediglich rund drei Prozent der 10.050 befragten privaten Haushalte eine Klimaanlage in den eigenen vier Wänden haben - die meisten davon in Großstädten.

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