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Klaus Maria Brandauer : „Ich bin gerne, was ich geworden bin“

„Heute mache ich mir die Komplimente nicht mehr selbst. Heute müssen sie schon von anderen kommen.“ Bild: action press

Er ist „der Brandauer“, einer der wenigen Weltstars deutscher Zunge. Ein Gespräch über böse Kerle, seine Mutter, den Willen, aufzufallen, „Tosca“ und dass man auf sich aufpassen muss – aber jetzt noch nicht.

          7 Min.

          Eine Premiere der anderen Art: Der Weltschauspieler Klaus Maria Brandauer gibt sein erstes digitales Interview. Wie ein Berg füllt der 77-Jährige in seinem schwarzen Pullover den Bildschirm. Aber während seine Stimme seit Jahrzehnten locker das Wiener Burgtheater bespielt, hapert es jetzt am Ton; das amüsiert ihn sehr. Dabei ist Brandauer auch virtuell so beunruhigend verführerisch und bedrohlich, wie man ihn aus seinen Werken kennt. Er lacht viel und schimpft ein bisschen und ist wahnsinnig genau. Irgendwann schaltet er das Mikrofon versehentlich auf stumm. Aber auch das nimmt er altersmilde mit Selbstironie.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Herr Brandauer, eigentlich wollten Sie viel Aufwand betreiben, um für dieses Interview nach Berlin zu kommen. Flüge und Hotel waren gebucht, Sie hätten für die Ein- und Ausreise Corona-Tests gemacht. Warum sitzen Sie jetzt doch vor einem Bildschirm in Wien?

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