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Uneinigkeit im „Echo“-Beirat : Kirche war für Ausschluss von Kollegah

Farid Bang und Kollegah bei der „Echo“-Verleihung. Bild: EPA

Der „Echo“-Beirat hatte mehrheitlich entschieden, die Nominierung der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang nicht zurückzuziehen. Die katholische Vertreterin sah das anders – gegenüber FAZ.NET erklärt sie warum.

          Die Diskussion um die Verleihung des Musikpreises „Echo“ an die umstrittenen Rapmusiker Kollegah und Farid Bang reißt nicht ab. Im Fokus der Kritik steht der Beirat des „Echos“, der mehrheitlich entschieden hatte, trotz Bedenken an der Nominierung der beiden festzuhalten. Dabei stand die katholische Vertreterin Uta Losem mit ihrer Meinung, die Nominierung der Rapper müsse rückgängig gemacht werden, offenbar alleine da.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Die Mehrheits-Entscheidung wurde im Verhältnis 6:1 getroffen, wie aus dem internen Beschluss des Beirats hervorgeht, der dieser Zeitung vorliegt. In einer Fußnote heißt es zur Position der katholischen Vertreterin und einzigen Frau im Gremium: „Die Katholische Kirche sieht die Grenze der Kunstfreiheit als überschritten an.“

          Losem ist Juristin und im Katholischen Büro in Berlin – einer Kontaktstelle der Bischöfe zu Politik und Gesellschaft – für Themen wie Sozialpolitik und Medien zuständig. Zur Frage, wie die Meinungsbildung im Beirat ablief und warum sie sich mit ihrer Position nicht durchsetzen konnte, wollte sie sich am Dienstag nicht äußern.

          Sie bekräftige gegenüber FAZ.NET aber ihre Position: Die katholische Kirche habe die Preisverleihung an die Rapper als unmöglich erachtet. Auf dem Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ würden neben der viel diskutierten Verhöhnung von Holocaustopfern auch die Attentate auf den Pariser Nachtclub Bataclan und den Berliner Weihnachtsmarkt sowie der Fall des „Treppenschubsers“ in Berlin verharmlost und somit die Opfer verhöhnt.

          „Die Debatte um die Grenzen der Kunstfreiheit ist nun aus kirchlicher Sicht sehr wichtig“, so Losem. „Es haben sehr viele Menschen das Album der Rapper gekauft. Insgesamt scheint das Gespür dafür verloren gegangen zu sein, was geht und was nicht geht. Das Bewusstsein dafür wieder zu schärfen, ist unser aller Aufgabe.“

          Dem Echo-Beirat gehörten bisher sieben Mitglieder an, darunter neben Musikexperten auch Vertreter aus Politik und Kirchen sowie der Lehrerschaft. Die Texte auf dem Album der Rapper hätten die künstlerische Freiheit „nicht so wesentlich übertreten“, dass ein Ausschluss gerechtfertigt wäre, hatte der Beirat Anfang April geurteilt. Das sehen inzwischen viele anders, etwa der Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, der seinen Rückzug aus dem Echo-Beirat angekündigt hat.

          Der Sprecher des Beirats hingegen verteidigt dessen Entscheidung. „Grenzüberschreitungen sind nicht akzeptabel, aber sie sind ein Teil der Musikkultur“, sagte der CDU-Politiker Wolfgang Börnsen am Dienstag in Berlin.

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