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Lesbisches Pastorinnen-Paar : „Dieses traditionelle Bild der Kirche kennen wir aus der Praxis nicht“

Ellen (35, rechts) und Stefanie Radke (35) mit Ihrer Tochter Fides in der St. Jakobi Kirche in Eime Bild: Daniel Pilar

Stefanie und Ellen Radtke sind ein Paar, frischgebackene Mütter und Pastorinnen. Wie fühlt es sich an, sich in einer Institution wie der Kirche zu outen?

          8 Min.

          Es war der Stift, ausgerechnet ein Glitzerstift mit rosafarbenem Puschel! Ellen gab ihn Steffi, als die sie in der Theologie-Vorlesung um etwas zu schreiben bat. Sie kannten sich schon, waren sich im Grundstudium mal über den Weg gelaufen, damals hatte Ellen noch eine andere Freundin, und Steffi stand offiziell noch auf Männer. Steffi hatte Ellen sogar noch verkuppelt. Ein paar Semester später sahen sie sich dann also wieder, und Ellen gab Steffi diesen Stift, diesen unmöglichen Glitzer-Rosa-Puschel-Stift! „Mit dem ich sicherlich nicht schreiben wollte!“, sagt Steffi empört.

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Sie kamen ins Gespräch. Verabredeten sich, trafen sich schnell immer wieder. Steffi trank bei Ellen zum ersten Mal Rotwein, bekam zum ersten Mal Rotwein-Kopfschmerzen, so heftig, dass sie auf Ellens Sofa einschlief, und küsste zum ersten Mal eine Frau. Seitdem heißt es: Ellen und Steffi. Inzwischen sogar Ellen und Steffi Radtke. Oder: die Pastorinnen Ellen und Stefanie Radtke. Oder, ganz einfach: „Anders Amen”. So nämlich heißt ihr Youtube-Channel, auf dem sie von ihrem Leben als lesbisches Pastorinnen-Paar berichten.

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