https://www.faz.net/-gum-z4bi

Kinostart von „Fluch der Karibik“ : Warum Filmproduzent Jerry Bruckheimer so erfolgreich ist

  • -Aktualisiert am

Armageddon, Pearl Harbor, Fluch der Karibik: Als Filmproduzent trifft Jerry Bruckheimer zielsicher den Geschmack der Massen - und das seit bald dreißig Jahren. Was ist sein Erfolgsrezept?

          4 Min.

          Jerry Bruckheimer wirkt so, als ob ihn das alles nicht wirklich anginge: die vielen Kameras im Saal des Bayerischen Hofs in München. Die Journalisten, die angereist sind, um vom Produzenten mehr über seinen neuesten Film „Fluch der Karibik - Fremde Gezeiten“ zu erfahren. Der Moderator, der Bruckheimer gerade wegen seines Erfolgs als „Überproducer“ begrüßt hat. Und der Fragesteller aus der ersten Reihe, der sich mit Rastalocken und Dreispitz obenrum verkleidet hat wie Jack Sparrow, Hauptfigur der „Fluch der Karibik“-Reihe, untenrum wiederum als Meerjungfrau, und der nun tatsächlich die Frage stellt: „Wo ist mein Vater Jack Sparrow?“

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Jerry Bruckheimer ist es selbstverständlich, seine Filme selbst zu bewerben und nicht nur Regisseure und Schauspieler zu schicken, wie in München Rob Marshall und Penélope Cruz. Schließlich hat er sich mit seinem Erfolg nicht nur selbst Starruhm erarbeitet, er mischt auch oft beim Drehbuch mit und am Set, wenn gefilmt wird. Deshalb ist er nach München gekommen, zur Premiere des vierten Teils der „Fluch der Karibik“-Reihe. Seitdem Bruckheimer vor fast vierzig Jahren seine Karriere begann, macht er das so.

          Von Anfang an hatte Bruckheimer kein Interesse daran, den ganzen Ruhm den Studios zu überlassen. Mit seinem damaligen Partner Don Simpson erfand er ein eigenes Logo, das nach dem Signet des Studios eingeblendet wurde: ein einschlagender Blitz und der Schriftzug „Don Simpson/Jerry Bruckheimer Films“. 1995 starb Simpson an einer Überdosis Drogen. Seitdem erscheint nur noch Bruckheimers Name, doch der Blitz schlägt weiter ein.

          Fluch der Karibik Teil IV: Filmproduzent Jerry Bruckheimer mit Penelope Cruz anlässlich der Deutschlandpremiere
          Fluch der Karibik Teil IV: Filmproduzent Jerry Bruckheimer mit Penelope Cruz anlässlich der Deutschlandpremiere : Bild: dapd

          Die Filmografie: eine Erfolgsgeschichte

          Laut, schnell, explosiv - das war die Mischung, mit der Bruckheimer und Simpson Hollywood in den achtziger Jahren aufmischten. Der Tanzfilm „Flashdance“ war ihr Durchbruch, mit dem „Beverly Hills Cop“ begann ihr Aufstieg und der von Schauspieler Eddie Murphy. Und „Top Gun“, der vor Patriotismus strotzende Kampfpilotenfilm mit dem jungen Tom Cruise, spielte 1986 rund 300 Millionen Dollar ein und wurde der bis dahin erfolgreichste Film in der Geschichte der Paramount-Studios, für die Bruckheimer und Simpson arbeiteten.

          Nach „Armageddon“, „Pearl Harbor“ und „Black Hawk Down“ und dem nicht minder erfolgreichen Ausflügen ins Fernsehgeschäft mit der Tatortermittler-Serienfamilie „CSI“ landete Bruckheimer bei den Piraten, die neue Superlative setzen sollten: Sowohl der zweite als auch der dritte Teil der Saga holte in den Vereinigten Staaten den Titel „Bester Filmstart aller Zeiten“. Wiederum rekordverdächtig ist nun der vierte Teil „Fremde Gezeiten“ gestartet: Nach Angaben der Disney-Studios spielte der Film an seinem internationalen Starttag am Donnerstag fünfzig Prozent mehr ein als der dritte Teil.

          Das Geheimnis: einfache Dramaturgie plus Action

          Wo Bruckheimer wirkt, sind Kritiker nicht fern - und auch Neider. Mit seinen dramaturgisch einfach gestrickten Actionfilmen, die vor allem auf Verfolgungsjagden und Explosionen setzen, habe er das große Erzählkino zerstört, heißt es. Doch bewundern wohl viele insgeheim, wie es dieser Mann schafft, immer wieder den Geschmack des Publikums zu treffen - und sei es mit einem als altbacken verschrienen Genre wie dem Piratenfilm. Er sei ein Mann, der seinen Finger „direkt an die kollektive Klitoris des Kinopublikums gelegt hat“, schrieb der „Guardian“ im Jahr 2000 - nicht der einzige Versuch, mit schlüpfrigen Worten Bruckheimers Massenkompatibilität zu diskreditieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Durch Raketen der Hamas zerstörte Wohnung im israelischen Petah Tikva

          Kampfzonen in Israel : Liebe Freunde!

          Selbst Orte in Israel, die immer für Hoffnung standen, sind vom Terror erschüttert. Plötzlich befinden wir uns inmitten von zwei oder vielmehr drei verschiedenen Kampfzonen. Ein Brief aus dem Schrecken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.