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Christlicher Werbespot : Streit ums Vaterunser

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Der Erzbischof von Canterbury in dem Werbeclip, den britische Kinobetreiber nicht zeigen wollen Bild: Screenshot Youtube/JustPray

Britische Kinobetreiber weigern sich, vor dem neuen „Star Wars“-Film einen christlichen Werbespot zu zeigen. Die Kirche will das nicht auf sich sitzen lassen – und droht mit Klage.

          Die anglikanische Kirche von England hat rechtliche Schritte gegen die Weigerung britischer Kinobetreiber zur Ausstrahlung eines christlichen Werbespots in der Vorweihnachtszeit angekündigt. Medienberichten zufolge geht es um ein knapp einminütiges Video, das neben dem Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, auch Flüchtlinge, Pendler, Sänger, Kinder und einen Gewichtheber beim Beten des Vaterunser zeigt. Der Clip sollte vor dem neuen „Star Wars“-Film laufen, der in Großbritannien am 17. Dezember Premiere hat.

          Die Digital Cinema Media (DCM) erklärte die Ablehnung damit, sie wolle „verschiedene Glaubensrichtungen nicht beleidigen“ und „keine Werbung für religiöse Zwecke“ machen. Die DCM vertritt große Kinobetreiber wie Odeon, Vue und Cineworld und ist damit für rund 80 Prozent der Werbung in britischen Kinos verantwortlich.

          Kirchensprecher Arun Arora wertete die Entscheidung als enttäuschend und warnte vor den Folgen eines solchen Verbots für die Meinungsfreiheit. Der Rechtsberater der Kirche, Stephen Slack, schloss laut Medienberichten vom Wochenende auch ein rechtliches Vorgehen gegen DCM nicht aus.

          Mit dem Werbespot sollte nach Kirchenangaben für die neue Internetseite justpray.uk geworben werden. Man habe damit zeigen wollen, dass Beten zur britischen Alltagskultur gehöre. Auch Anglikanerprimas Welby zeigte sich angesichts der Entscheidung überrascht. Es sei „merkwürdig“, dass ein christlicher Werbespot kurz vor Weihnachten als für „nicht angemessen“ erachtet werde, sagte er der „Mail on Sunday“. Folge man dieser Argumentation, müsse man schlicht jegliche Weihnachtswerbung verbieten.

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