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Kino : Mama hat's verraten: Daniel Craig wird Bond, James Bond

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Sein Name sei Bond, James Bond Bild: AP

Er trinkt geschüttelt, nicht gerührt, zieht schöne Frauen magisch an, sein Anzug knittert auch im wildesten Gefecht nicht: James Bond, der berühmteste Geheimagent der Welt. Nun ist es offiziell: Der britische Schauspieler Daniel Craig ist der neue 007 mit der Lizenz zum Töten - und Herzen brechen.

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          Seine Mutter hatte es schon vorher ausgeplaudert - nun ist es aber offiziell: Der britische Schauspieler Daniel Craig ist als neuer Darsteller des Geheimagenten James Bond vorgestellt worden. Der 37 Jahre Craig erschien standesgemäß in einem Schnellboot der Königlichen Marine zu einer Pressekonferenz unweit der Tower Bridge. Eine Schwimmweste, die ihm vorschriftsmäßig umgebunden worden war, legte er aber rasch ab und lächelte lieber Kaugummi kauend in die Kameras.

          „Er wird der Gestalt eine sehr interessante Note verleihen, es wird sein Leben verändern“, hatte „Bond-Mutter“ Carol (62) vor Reportern in der Beatles-Stadt Liverpool, wo Daniel Craig aufwuchs, schon vorher gesagt. Vater Tim (ebenfalls 62) fügte nach Angaben der Zeitung „Sun“ hinzu: „Ich bin hocherfreut. Ich hatte nie Zweifel. Er ist mein bester Freund.“

          Auch andere Herren waren im Gespräch

          Zur feierlichen Offenbarung der Identität des neuen 007 hatte die Produktionsfirma Sony Pictures für Freitag mittag die Presse und Prominente aus dem Showgeschäft auf den Marinekreuzer „President“ am Themseufer eingeladen. Craig unterbrach dafür Dreharbeiten mit Nicole Kidman im amerikanischen Baltimore und flog nach London.

          Sein Name sei Bond, James Bond Bilderstrecke

          Der ehemalige Freund der Schauspielerin Heike Makatsch und des Fotomodells Kate Moss wurde seit Wochen als Bond-Favorit gehandelt. Für die Rolle des berühmtesten Geheimagenten der Welt waren aber auch jede Menge andere gut gebaute Herren im Gespräch. Unter ihnen Clive Owen und Hugh Jackman, Colin Farrell, Eric Bana und Ewan McGregor.

          Sienna Miller als Bond-Girl gehandelt

          Der letzte Bond-Darsteller Pierce Brosnan hatte sich längere Zeit Hoffnungen gemacht, bei der Neuverfilmung des allerersten Bond-Thrillers „Casino Royale“ noch einmal den Superagenten geben zu können. Die endgültige Entscheidung für Craig fiel nach Angaben aus Branchenkreisen erst am vergangenen Wochenende nach weiteren Probeaufnahmen sowie einer heftigen Debatte zwischen den Produzenten und Regisseur Martin Campbell, der 1995 den erfolgreichen Bond-Thriller „Goldeneye“ gedreht hatte.

          Nach bislang unbestätigten Berichten bekommt Craig als neuer Inhaber der „Lizenz zum Töten“ eine Gage von zehn Millionen Pfund (rund 15 Millionen Euro). Zu den am meisten diskutierten Fragen unter 007-Fans gehörte am Freitag jedoch nicht die Gage, sondern wer nun das nächste Bond-Girl wird. Als große Favoritin gilt nach Angaben britischer Zeitungen Sienna Miller.
          Mit der 23 Jahre alten Schauspielerin stand Craig 2004 für den Film „Layer Cake“ vor der Kamera. Die „Sun“ will erfahren haben, daß der künftige Bond seit einigen Tagen mit der ehemaligen Verlobten des Schauspielers Jude Law ein intensives Techtelmechtel habe. Filmproduzentin Barbara Broccoli soll von Sienna Miller begeistert sein, seit sie die Schauspielerin kürzlich in einem Shakespeare-Stück auf einer Londoner Bühne sah.

          Craig ist die Nummer sieben

          Für das neue 007-Abenteuer „Casino Royale“ fällt im Januar die erste Klappe. Geplanter Kinostart ist der 23. November 2006. Der „Vater“ des Superagenten, der 1964 im Alter von 56 Jahren an einem Herzinfarkt gestorbene Autor Ian Fleming, hatte mit „Casino Royale“ 1953 das erste von zwölf Bond-Abenteuern geschrieben. Es gilt als das dunkelste und gewalttätigste der Agentenreihe. Der Stoff war 1966 als Agentenparodie mit David Niven als Bond und einem Staraufgebot verfilmt worden, zu dem neben anderen Ursula Andress, Peter Sellers, Orson Welles und Woody Allen gehörten. Zählt man den Komik-Bond Niven mit, dann ist Craig nun der siebte Darsteller des berühmtesten Geheimagenten der britischen Krone - nach Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan.

          Gedreht wird der neue Bond-Film zum Teil in tschechischen Studios. Judi Dench soll wieder die Geheimdienstchefin „M“ verkörpern, während die Rolle des 007-Gegenspielers vermutlich dem Bollywood-Star Gulshan Grover zufällt.

          Das Erdige an ihm

          Das „Erdige“ an Daniel Craig, seine Volksverbundenheit bei einer gleichzeitig geradezu französischen Leichtigkeit des Auftretens vor der Kamera soll den Regisseur Martin Campbell besonders gereizt haben. Ein Weltstar ist Craig noch nicht, aber nun könnte einer aus ihm werden, wenn er den Bond-Ruhm durch- und übersteht. Campbell hat schon Catherine Zeta-Jones und Antonio Banderas mit zu dem verholfen, was sie heute sind. Und auch einem anderen Bond, Pierce Brosnan.

          Craig entspricht ziemlich genau jenen äußeren Merkmalen des 007ers, die uns Fleming in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963 verfilmt mit Sean Connery) in Form einer Personalakte des Geheimdienstes M16 hinterlassen hat: „Größe 1,83 cm, Gewicht 76 Kg, schlank gebaut, Augenfarbe blau, Haarfarbe...“ - ja die sollte eigentlich schwarz sein, aber so wie es weitergeht, stimmt es wieder: „trinkt, wenn auch nicht im Übermaß, und er liebt die Frauen“.

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