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Nach Parlamentswahlen : Kim Dotcom will Neuseeländer werden

Kim Dotcom 2016 mit seiner Freundin vor dem Gerichtsgebäude in Auckland Bild: AFP

Nach den jüngsten Parlamentswahlen setzt Kim Dotcom seine Hoffnungen in die neue Regierung: „Ich kann es gar nicht abwarten, ein hundertprozentiger Kiwi zu werden.“ Er wäre nicht der erste wohlhabende Internetunternehmer in dem Land.

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          Kim Schmitz alias Kim Dotcom will die neuseeländische Staatsbürgerschaft beantragen. Der deutsche Internetunternehmer begründete seine Entscheidung der F.A.Z. gegenüber mit dem bevorstehenden Regierungswechsel in seiner Wahlheimat im Südpazifik. Die frühere konservative Regierung hatte bislang erfolglos versucht, Schmitz wegen eines anhängigen Verfahrens an die Vereinigten Staaten auszuliefern. Dort ermittelt seit fünf Jahren das FBI wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzung auf der von ihm mitbetriebenen Internetseite Megaupload. Im Januar 2012 hatten neuseeländische Sicherheitskräfte das von ihm angemietete Anwesen nahe Auckland gestürmt.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Nach den jüngsten Parlamentswahlen, die einen Tag vor den Bundestagswahlen stattgefunden hatten, wird am Donnerstag die neue Regierung unter der 37 Jahre alten sozialdemokratischen Premierministerin Jacinda Ardern vereidigt. Womöglich erhofft sich Schmitz damit auch günstigere politische Rahmenbedingungen. „Ich habe deutlich positivere Aussichten für Neuseeland unter der neuen Regierung“, schrieb der Unternehmer. Zum ersten Mal hatte Schmitz, der schon die deutsche und finnische Staatsbürgerschaft besitzen soll, seine Entscheidung auf Twitter bekanntgegeben. „Ich kann es gar nicht abwarten, ein hundertprozentiger Kiwi zu werden und meinen Beitrag für ein besseres Neuseeland zu leisten.“

          Der frühere Hacker wäre damit der jüngste in einer Reihe von wohlhabenden Internetunternehmern, darunter bekannte Persönlichkeiten aus dem kalifornischen Silicon Valley, die sich permanent oder temporär in Neuseeland niederlassen wollen. Die Zahl der Interessenten soll nach der britischen Brexit-Entscheidung und der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten sprunghaft angestiegen sein. In einigen Kreisen gilt der dünn besiedelte Inselstaat als idealer Rückzugsort in einer als unsicher empfundenen Welt: wirtschaftlich liberal und erfolgreich, politisch stabil, ökologisch verantwortungsvoll und weit weg von den meisten Kriegen und Konflikten.

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