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Nach der Hochzeit : Männer nehmen selten den Namen ihrer Frau an

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Harry Markle? Das stand vermutlich nicht mal zur Diskussion. Seine Frau wäre sonst aber wohl auch nicht Herzogin von Sussex geworden. Bild: dpa

Seit mehr als 30 Jahren können Männer nach der Hochzeit auch den Geburtsnamen der Frau annehmen. Doch bei drei Vierteln der Paare steht nach wie vor sein Name an der Tür.

          Nur sechs Prozent der deutschen Paare entscheiden sich dafür, nach der Heirat den Familiennamen der Frau zu übernehmen. Das hat eine Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache ergeben, die am Mittwoch in Wiesbaden vorgestellt wurde. In drei Vierteln der Fälle wählen Paare den Nachnamen des Mannes – 1976 waren es noch 98 Prozent.

          Vor 1976 war die Wahl des Geburtsnamens der Frau als gemeinsamen Ehenamen in Deutschland gesetzlich gar nicht möglich. Erst seit 1994 können beide Ehepartner nach der Heirat ihren jeweiligen Namen behalten. Trotz dieser Möglichkeiten legt auch heute nur jeder 16. Ehemann seinen Nachnamen ab. Knapp zwölf Prozent der Paare entschließen sich dazu, jeweils ihren Geburtsnamen zu behalten. Ein weiterer Kompromiss ist der Doppelname. Diesen nutzen etwa acht Prozent. Im Rahmen der Studie erhielt die Gesellschaft für deutsche Sprache seit 1976 im Abstand von zehn Jahren ausführliche Daten von 174 Ämtern. So wurden durchschnittlich 20.000 Eheschließungen pro Jahrgang erfasst.

          Befragungen ergaben, dass Paare ihre Entscheidung, den Namen des Mannes zu übernehmen, oft mit der Tradition begründen. „Diese Argumentation wird meist von den Männern selbst genutzt, die es mitunter als ein Zeichen von Schwäche, von Unmännlichkeit empfinden, wenn sie den Namen ihrer Frau annehmen. Dieses Denken ist in den Köpfen vieler Menschen noch stark verwurzelt,“ sagt Frauke Rüdebusch, Sprecherin der Gesellschaft für Deutsche Sprache. Als weitere Gründe für ihre entsprechende Namenswahl nennen Paare zudem den Klang des Namens, eine sonst aussterbende Familienlinie oder eine auf den Namen aufgebaute Karriere eines Ehepartners.

          In vielen Ländern wird die Namensänderung nach der Heirat anders gehandhabt. In den Vereinigten Staaten etwa, in denen jeder Erwachsene grundsätzlich seinen Namen beliebig ändern kann (mit Einschränkungen je nach Bundesstaat), ist es nicht unüblich, die Nachnamen der beiden Ehepartner einfach zu kombinieren. Der ehemalige Bürgermeister von Los Angeles, Antonio Villaraigosa, bekam seinen Nachnamen durch die Verschmelzung seines Geburtsnamen Villar und den seiner Frau Corina Raigosa. Auch in Großbritannien ist das seit einigen Jahren ein Trend.

          In vielen spanischsprachigen Ländern haben die Bürger in der Regel zwei Nachnamen: einen vom Vater, einen von der Mutter. Der frühere Regionalpräsident von Madrid etwa heißt Ignacio González González. Weitergegeben an die Kinder werden jeweils die ersten Namen. Aber auch in Spanien gab es kürzlich eine entsprechende Gesetzesänderung: Bisher stand der Name des Vaters an erster Stelle, seit Sommer 2017 haben Eltern nun drei Tage Zeit, um die Reihenfolge der Nachnamen ihrer Kinder selbst festzulegen.

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