https://www.faz.net/-gum-136w9

„Kaufen auch beim Discounter“ : Quelle-Erbin fürchtet sich vor Armut

  • Aktualisiert am

„Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat”: Madeleine Schickedanz Bild: dpa

Sie war eine der reichsten Frauen Deutschlands, jetzt hat Madeleine Schickedanz Angst vor der Armut. Die Quelle-Erbin befürchtet den Verlust ihres gesamten Vermögens, falls die Arcandor-Rettung scheitern sollte. Abgesichert sei sie nicht, sagt sie: „Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat“.

          1 Min.

          Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz befürchtet den Verlust ihres gesamten Vermögens, wenn die Rettung des Mutterkonzerns Arcandor scheitern sollte. „Ich hafte mit meinem ganzen Vermögen und meinen Immobilien, mit allem, was auf meinen Namen eingetragen ist“, sagte Schickedanz der Zeitung „Bild am Sonntag“. Schon jetzt habe sie sehr viel Geld verloren: Ihr KarstadtQuelle-Aktienpaket sei in der Spitze drei Milliarden Euro wert gewesen. Heute seien es gerade noch 27 Millionen Euro. „Hinzu kommen 170 Millionen Euro Verlust aus meinem Privatvermögen für eine Kapitalerhöhnung bei Arcandor im Jahr 2004 und noch zusätzlich ein dreistelliger Millionenbetrag, um das Unternehmen danach zu stabilisieren“.

          Schickedanz sagte, sie sei nicht abgesichert. „Wenn die Rettung von Arcandor scheitert und die Banken die Kredite fällig stellen, verliere ich alles - Häuser, Aktien, Beteiligungen an anderen Firmen. Ich bekäme mit meinen 66 Jahren noch nicht einmal Rente.“ Die einstige Milliardärin muss sich nach ihren Worten jetzt schon stark einschränken spare, wo sie könne. „Wir leben von 500 bis 600 Euro im Monat. Wir kaufen auch beim Discounter. Gemüse, Obst und Kräuter haben wir im Garten.“

          „Die Kontrolle verloren“

          Schickedanz gestand auch eine Mitschuld an der Krise des Fürther Versandhauses ein. „Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren habe“, erklärte sie. Sie hätte schon viel früher Themen wie Versandhandel per Internet angehen müssen. „Das mache ich mir zum Vorwurf. Auch machten ihr ihre Kinder Vorwürfe wegen des verloren gegangenen Erbes. „Meine Kinder glauben, ich hätte mich zu wenig um den Konzern gekümmert.“ Die Fehler im operativen Geschäft verantworte sie jedoch nicht. „Dafür gab und gibt es ein Management“, sagte sie.

          Weitere Themen

          Polizei nimmt sechs Verdächtige fest

          Bluttat von Augsburg : Polizei nimmt sechs Verdächtige fest

          Auf offener Straße und vor den Augen seiner Frau wird ein Mann bei einem Streit mit jungen Männern angegriffen und stirbt. In Augsburg ist die Trauer groß. Nun meldet die Polizei mehrere Fahndungserfolge.

          „Wir sind doch viele“

          Junge Klimaaktivisten : „Wir sind doch viele“

          Alle schauen auf Greta Thunberg. Doch es gibt inzwischen überall junge Klimaaktivistinnen, die ihr folgen. Sie alle sind des Lobes leid – und wollen endlich Taten sehen.

          Topmeldungen

          Das Kohlekraftwerk Mehrum im Landkreis Peine

          Europas „Green Deal“ : EU will bis 2050 Klimaneutralität erreichen

          Am Mittwoch will die EU ihren „Green Deal“ vorstellen, nach dem Europa bis 2050 klimaneutral werden soll. Voraussetzung ist der Kohleausstieg aller Länder. Für die vom Strukturwandel besonders betroffenen Regionen soll es Übergangshilfen geben.

          Muhammad Bin Salmans Pläne : Der Ölprinz mit der Billion

          Er ist jung und braucht das Geld: Der saudische Kronprinz Muhammad Bin Salman bringt den weltgrößten Ölkonzern Saudi Aramco an die Börse. Damit will er nicht nur das Land reformieren, sondern auch die eigene Macht sichern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.