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Ehemaliges Playmate : Weitere Frau will über Affäre mit Trump sprechen

  • Aktualisiert am

Karen McDougal im Sommer 2007 am Strand von Saint Tropez mit ihrem damaligen Partner, dem amerikanischen Schauspieler Bruce Willis Bild: picture-alliance/ dpa

Zur Pornodarstellerin gesellt sich nun ein ehemaliges Playmate: Karen McDougal hat Klage gegen eine Schweigeerklärung über eine angebliche Affäre mit Donald Trump eingereicht.

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          Neues juristisches Ungemach für Donald Trump: Nach der Pornodarstellerin Stormy Daniels will noch eine zweite Frau die Aufhebung einer Schweigevereinbarung über eine angebliche Affäre mit dem heutigen amerikanischen Präsidenten erwirken. Die Anwälte des früheren „Playboy“-Models Karen McDougal reichten am Dienstag eine entsprechende Klage ein. Sie führen unter anderem ins Feld, dass ihre heute 46-jährige Mandantin seinerzeit über die Natur der Vereinbarung in die Irre geführt worden sei.

          Die bei einem Gericht in Los Angeles eingereichte Klage richtet sich gegen das Medienunternehmen American Media Inc. (AMI), das Mutterhaus des Skandalblatts „National Enquirer“. AMI erwarb der Klage zufolge während des Wahlkampfs 2016 für 150.000 Dollar (nach heutigem Wert: 122.500 Euro) die Exklusivrechte an McDougals Geschichte über die angebliche Affäre.

          Das Unternehmen hatte demnach aber nie vor, die Geschichte zu veröffentlichen. Das Unternehmen habe dies in den Verhandlungen über den Deal mit der Freundschaft von AMI-Chef David Pecker zu Trump begründet.

          Angebliche Drohungen

          Eines der Hauptargumente des früheren „Playmates“ in der Klage lautet, dass sie die Vereinbarung so verstanden habe, AMI würde ihre Laufbahn als Gesundheits- und Fitnessexpertin mit einer Serie von Publikationen vorantreiben. Dies sei dann aber nicht geschehen. Sie habe erst später festgestellt, dass der Deal dem Unternehmen lediglich das „Recht“ zu solchen Publikationen gebe, AMI aber nicht dazu verpflichte.

          In der Klage wird auch von angeblichen Drohungen aus dem Trump-Lager gegen McDougal berichtet. Das Rechtsberaterteam des Präsidenten habe ihr gedroht, sie „finanziell zu ruinieren“, wenn sie den Medien die angebliche Affäre schildere.

          Das Magazin „New Yorker“ hatte allerdings bereits im Februar ausführlich darüber berichtet. Als Quelle nannte das Magazin handschriftliche Aufzeichnungen McDougals, die ihm von einem Freund des ehemaligen Models zugespielt worden seien.

          Die Sexbeziehung zu dem Immobilienmogul und Fernsehstar will McDougal nach eigener Schilderung über rund zehn Monate hinweg in den Jahren 2006 und 2007 gehabt haben. Trumps angebliche andere Affäre mit Stormy Daniels fällt teilweise in denselben Zeitraum. Trump war damals bereits mit seiner dritten Ehefrau und der heutigen First Lady Melania verheiratet, ihr gemeinsamer Sohn Barron war wenige Monate alt.

          Trump dementiert

          Trump hat eine Affäre sowohl mit McDougal als auch mit Stormy Daniels dementiert. Der 39-jährige Pornostar, der mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, geht ebenfalls mit einer Klage gegen eine Stillschweigevereinbarung vor.

          Amerikanische Medien, darunter die Zeitung „Wall Street Journal“, veröffentlichten am Dienstag die Ergebnisse eines Lügendetektortests, welche die Aussagen Daniels über eine sexuelle Beziehung mit Trump im Juli 2006 stützen. Der Test sei 2011 auf Wunsch des Magazins „In Touch“ erfolgt, das Daniels damals interviewt hatte, mit der Geschichte aber erst dieses Jahr an die Öffentlichkeit ging.

          Das juristische Ungemach für den Präsidenten wurde zusätzlich durch den Etappensieg einer weiteren Frau in ihrem Vorgehen gegen Trump gesteigert. Summer Zervos, eine frühere Teilnehmerin an Trumps Fernsehshow „The Apprentice“, hat den Präsidenten bei einem New Yorker Gericht wegen Verleumdung verklagt.

          Die Klage bezieht sich auf Trumps Äußerungen, die von mehr als einem Dutzend Frauen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen sexueller Übergriffe seien erlogen. Nach Zervos’ Schilderung wurde sie von Trump im Jahr 2005 gegen ihren Willen geküsst und betatscht.

          Der Präsident wollte ihre Klage mit dem Argument stoppen, dass Gerichte der Bundesstaaten keine Rechtshoheit über den Präsidenten hätten. Richterin Jennifer Schecter schmetterte den Antrag aber am Dienstag ab. „Niemand steht über dem Gesetz“, sagte sie. Die Verleumdungsklage kann damit weiter vorangehen.

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