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Schlafmangel und Dehydrierung : Arzt von Kanye West rief Hilfe wegen Psychose

  • Aktualisiert am

„Ihm geht es gut“, soll ein Bekannter von Kanye West gesagt haben. Bild: dpa

Zwei Tage nachdem Kanye West ins Krankenhaus eingeliefert worden ist, werden weitere Details über seinen Gesundheitszustand bekannt. Sein Arzt hatte die Polizei gerufen, weil sich der Rapper „unberechenbar“ verhielt.

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          Der amerikanische Rapper Kanye West ist Medienberichten zufolge wegen einer Psychose ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wests Leibarzt Michael Farzam habe die Polizei informiert, dass sich der 39-Jährige „unberechenbar“ verhalte, weil er an einer temporären Psychose leide, ausgelöst durch Schlafmangel und Dehydrierung, berichtete die Promi-Website „TMZ“. West habe versucht, einen Mitarbeiter im Haus seines Fitnesstrainers Harley Pasternak anzugreifen, soll der Arzt weiter erklärt haben. Seinen Patienten meldete er demnach unter dem Decknamen „Jim Jones“ an.

          Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass West nach Paragraph 5150 ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das Gesetz erlaubt es einem Arzt, einen Patienten mit psychischen Störungen gegen seinen Willen einliefern zu lassen. Deswegen sei der Rapper mit Handschellen auf einer Trage in die Universitätsklinik von Los Angeles eingeliefert worden. Ärzte untersuchten ihn jetzt und müssten entscheiden, ob er weiter gegen seinen Willen behandelt werden müsse und ob er eine Gefahr für sich und andere darstelle.

          21 Konzerte abgesagt

          Ein Polizeisprecher hatte seinerseits von einem Einsatz am Montagnachmittag in Wests Villa berichtet. Beamte seien wegen eines nicht näher bezeichneten Vorfalls zu dem Anwesen gerufen worden, sagte der Polizeisprecher. „Aus dem Vorfall entwickelte sich ein medizinischer Notfall, so dass die Feuerwehr anrücken und den Betroffenen behandeln musste.“

          Sie war noch nicht überfallen worden, er hatte noch keine Psychose: Auf der Modenschau von Off-White am 29. September in Paris ging es der Familie (rechts im Bild Kourtney Kardashian) noch besser.

          In den vergangenen Tagen hatte West mit öffentlichen Ausfällen Fragen nach seinem Zustand ausgelöst. So hatte er ein Konzert am Samstag in Sacramento mit mehr als einer Stunde Verspätung begonnen und dann zunächst eine lange Schimpftirade auf die Musikkollegen Jay Z und Beyoncé sowie die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton abgelassen. Nach nur zwei Liedern verließ West dann die Bühne.

          Der Konzertveranstalter Live Nation sagte schließlich am Montag Wests derzeitige Tournee „Saint Pablo Tour“ ab, von der bis Jahresende noch 21 Konzerte ausstanden. Wests Ehefrau, TV-Starlet Kim Kardashian, hatte eigentlich am Montagabend ihren ersten öffentlichen Auftritt absolvieren sollen, seit sie im Oktober in Paris Opfer eines Raubüberfalls geworden war. Nach der Einlieferung ihres Mannes ins Krankenhaus sagte sie den Auftritt jedoch Berichten zufolge ab.

          „Mir ist das gleiche passiert“

          Mehrere Prominente äußerten sich zum Zustand von Kanye West. Der Sänger John Legend erklärte, er habe ihn in jüngster Zeit schlecht in Form erlebt. Er und seine Frau, die Fernsehmoderatorin Chrissy Teigen, seien „unmittelbar“ vor der Einlieferung von West ins Krankenhaus mit Kim Kardashian zusammen gewesen. „Ich war besorgt (...), hoffen wir, dass er sich erholt und Zeit hat, um Abstand zu nehmen“, sagte Legend.

          Der Schauspieler Emile Hirsch wünschte West im Kurznachrichtendienst Twitter gute Besserung. „Die Leute lachen jetzt höhnisch, aber mir ist das gleiche passiert“, schrieb er. Der Schauspieler Marlon Wayans kommentierte auf Twitter, West habe möglicherweise einige Leute in letzter Zeit verprellt. Er sei aber „nicht nur ein Künstler, sondern ein Vater, Sohn, Ehemann und vor allem ein Mensch“.

          Am Donnerstag hatte der Rapper vor Publikum im kalifornischen San Jose erklärt, er sei nicht wählen gegangen. Hätte er dies aber getan, hätte er seine Stimme dem Rechtspopulisten Donald Trump gegeben. Wütende Fans buhten ihn daraufhin aus und bewarfen ihn mit Gegenständen. Seit August hat West 40 Konzerte in Kanada und Amerika absolviert.

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