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Kaiser Akihito in Japan : „Ich bete mit vollem Herzen für den Frieden“

Japans Kaiser Akihito bedankt sich in einer Rede während der Zeremonie seiner Abdankung, neben ihm seine Frau Michiko, Kaiserin von China. Bild: dpa

In einer schlichten Zeremonie hat der Kaiser von Japan, Akihito, am Dienstag abgedankt. Er bedankte sich bei den Bürgern für die Unterstützung. Nach 30 Jahren endet eine Ära.

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          Akihito, der seit 1989 amtierende 125. Kaiser von Japan, hat am Dienstag in einer schlichten Zeremonie im Palast in Tokio abgedankt. In seiner letzten Ansprache an die Japaner dankte Akihito für die Unterstützung in den vergangenen dreißig Jahren. „Ich bedanke mich aufrichtig bei den Menschen, die mich akzeptiert und in meiner Rolle als Symbol des Staates unterstützt haben“, sagte der 85 Jahre alte scheidende Tenno. Er wünsche zusammen mit der Kaiserin, dass die beginnende Reiwa-Ära stabil und fruchtbar werde. „Ich bete mit vollem Herzen für den Frieden und das Glück der Menschen in Japan und auf der Welt“, schloss Akihito seine Regentschaft ab. Als er den Saal verließ, warf er einen langen, nachdenklichen Blick auf die Anwesenden. Dann drehte er sich um und ging.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Rechtlich bleibt Aikido bis Mitternacht (17 Uhr deutscher Zeit) Kaiser. Danach wechselt die Würde auf seinen Sohn Naruhito. Der 59 Jahre alte Kronprinz wird am Mittwoch in einer Zeremonie die Throninsignien erhalten und so offiziell als 126. Tenno in das Amt eingeführt werden. Akihitos Regentschaft stand unter dem Titel „Heisei“ – Frieden schaffen. Die Ära Naruhito steht unter Namen „Reiwa“ – schöne Harmonie.

          Bei grauem Regenwetter hatten sich einige hundert Menschen vor den Palasttoren versammelt oder winkten an den Straßen den künftigen Kaiser Naruhito zu. Die Zeremonie wurde auch im Fernsehen übertragen. Im Palast verfolgten rund 300 Gäste die kurze Zeremonie, darunter die Regierungsmitglieder und 14 Erwachsenen Mitglieder der kaiserlichen Familie. Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte die Abdankung an.

          Schon am Morgen hatte Akihito mit den Abdankungszeremonien begonnen. In traditioneller Kleidung der Heian-Periode (794 bis 1185) besuchte er auf dem Palastgelände den Schrein zu Ehren der Sonnengöttin Amaterasu, um sie über die bevorstehende Abdankung zu informieren. Amaterasu gilt nach den Mythen als Ursprung des Kaiserhauses. Von ihr soll der Kaiser Jimmu abstammen, der Urenkel des Enkels der Sonnengöttin, der von 660 bis 585 vor Christus regiert haben soll. Akihito kündigte danach auch in zwei weiten Schreinen zu Ehren anderer Götter und seiner Vorfahren die Abdankung an.

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