https://www.faz.net/-gum-93yof

Statistisches Bundesamt : Junge Flüchtlinge sorgen für Höchststand bei Heim-Unterbringungen

  • Aktualisiert am

Kinder im SOS-Kinderdorf Berlin-Moabit Bild: dpa

Wer ohne Erziehungsberechtigte nach Deutschland kommt, hat Anspruch auf staatlichen Schutz. Alleinreisende Flüchtlinge bringen die Heime an ihre Grenzen. Inzwischen sinken die Zahlen aber wieder.

          1 Min.

          Junge Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland kamen, haben für einen Höchststand bei Heim-Unterbringungen gesorgt. 2016 leiteten die Jugendämter für 53.300 Kinder und Jugendliche eine Erziehung in einem Heim oder in einer anderen betreuten Wohnform ein. Das waren 20 Prozent mehr neue Betroffene als 2015 und 50 Prozent mehr als 2014, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Die meisten stammten aus Afghanistan, Syrien und dem Irak. Seit Mai 2016 seien die Zahlen „kontinuierlich rückläufig“.

          „Ein Grund für das Plus dürfte die hohe Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge der letzten Jahre sein“, teilte die Behörde am Internationalen Tag der Kinderrechte mit. Besonders stark sei der Anstieg bei männlichen 16- und 17-Jährigen: Die Zahl der neu begonnenen Heimerziehungen stieg von 7000 im Jahr 2014 über 14.400 im Jahr 2015 auf 21.600 im vergangenen Jahr.

          Kinder, die zu ihrem eigenen Schutz oder aufgrund widriger Umstände nicht mehr in der Familie versorgt werden können, haben nach der UN-Kinderrechtskonvention einen Anspruch auf staatlichen Schutz und Beistand. Dazu zählt auch die Betreuung in Heimen oder anderen Wohnformen. Geregelt ist das im Kinder- und Jugendhilfegesetz, das 1991 in Kraft trat. Seither war die Zahl der neuen Heim-Unterbringungen nie höher, wie die Behörde berichtete.

          Wie aus einem im März 2017 veröffentlichten Bericht der Bundesregierung hervorgeht, war der Höchststand Ende Februar 2016 erreicht, als 60.638 unbegleitete Minderjährige in Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe waren.

          Weitere Themen

          Sohn von „El Chapo“ festgenommen

          Heftige Schusswechsel : Sohn von „El Chapo“ festgenommen

          Heftige Schießereien, Panik und Chaos auf den Straßen der mexikanischen Stadt Culiacán: Bei der Festnahme von Ovidio Guzmán López, Sohn des früheren Drogenbosses „El Chapo“, sind Bandenmitglieder auf die Sicherheitskräfte losgegangen.

          Vater der isolierten Familie festgenommen

          Ruinerwold in Aufruhr : Vater der isolierten Familie festgenommen

          Fassungslos reagiert ein niederländisches Dorf auf die mutmaßliche Freiheitsberaubung einer ganzen Familie. Immer mehr Details kommen ans Licht. Die Polizei verhaftet einen zweiten Verdächtigen.

          Mit Epilepsie-Erkrankung ans Steuer?

          Mögliches Sicherheitsrisiko : Mit Epilepsie-Erkrankung ans Steuer?

          Der SUV-Unfall in Berlin-Mitte mit vier Toten wurde wahrscheinlich durch einen epileptischen Anfall ausgelöst. Es gibt strikte Regelungen für Erkrankte, ob sie am Verkehr teilnehmen dürfen – doch reichen die aus?

          Topmeldungen

          Mick Mulvaney am Donnerstag bei einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte

          Ukraine-Affäre : Stabschef Mulvaney bringt Trump in Erklärungsnot

          Der geschäftsführende Stabschef des Weißen Hauses sagt vor der Presse etwas, das er später zurücknimmt: Die amerikanische Regierung habe 400 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten. Damit liefert Mulvaney den Demokraten eine Steilvorlage.
          „Erdogans Krieg – wie machtlos ist Europa?“ war das Thema der Sendung von Maybrit Illner.

          TV-Kritik zu „Mabrit Illner“ : Die Härten der Realpolitik

          Der Einmarsch der Türkei in Syrien beherrscht die öffentliche und politische Debatte auch in Deutschland. „Wie machtlos ist Europa?“ fragte Maybrit Illner ihre Gäste und erhielt eine nüchterne Bestandsaufnahme der deutschen Außenpolitik.
          „Nationalspieler sind Vorbilder“ – Emre Can im Tunnel.

          DFB-Generalsekretär Curtius : „Eine deutliche Distanzierung“

          Der Fußball diskutiert über politische Gesten: DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius spricht im Interview über seinen Verband als Integrationsmotor, die Wirkung zurückgenommener Likes – und warum Gündogan und Can ihn überzeugt haben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.