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Jugendwort des Jahres : Noicemail vom trumpetenden Teilzeittarzan

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Sieger 2016: „Fly sein“ Bild: dpa

Noch nie haben so viele Menschen bei der umstrittenen Abstimmung zum „Jugendwort des Jahres“ mitgemacht. Der Langenscheidt-Verlag glaubt, dass es auch daran liegt, dass die Begriffe in diesem Jahr so gut sind. Welcher ist Ihr Favorit?

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          Die Wahl des „Jugendworts des Jahres“ dürfte wieder Diskussionen auslösen: Auch für 2017 sucht der Langenscheidt-Verlag in München das hippste Wort der Republik – und das bereits zum zehnten Mal. Zur Auswahl standen online bis Mittwochnacht 30 Wörter, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute spricht – darunter viele Kunstbegriffe wie „gefresht“ (satt), „unfly“ (uncool) und „schatzlos“ (Single). Mit rund einer Million Abstimmungen habe es diesmal so viele Votes gegeben wie noch nie, sagte eine Sprecherin.

          Die Gründe? Laut Verlag viele gute Begriffe, das Jubiläum und die Präsenz bei Facebook. „Geht fit“ – läuft also bei Langenscheidt: Denn die jährliche Wahl gilt als Werbeaktion für das Jugendsprachen-Lexikon des Verlags und ist nicht unumstritten. Alle Jahre wieder werden Zweifel daran laut, ob Jugendliche wirklich so reden. Nicht die Abstimmung, sondern eine 20-köpfige Jury – darunter YouTuber, Blogger und Sprachwissenschaftler – kürt aus den Top Ten den Favoriten – an diesem Freitag wird der Sieger in München bekanntgegeben.

          Vorne lagen jüngst „geht fit“ als Bezeichnung für etwas, das läuft, und „napflixen“ für ein Nickerchen während eines Films. Aber auch „Noicemail“ als Ausdruck für eine nervige Sprachnachricht, „Teilzeittarzan“ als Bezeichnung für jemanden, der sich manchmal affig verhält, „trumpeten“ für große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken, und „fermentieren“ für kontrolliertes Gammeln standen zur Auswahl.

          2016 holte „Fly sein“ den Titel. Bei der Bekanntgabe in München: viele leere Gesichter. Kaum einer kannte den Begriff aus der Hip-Hop-Szene, der so viel heißt wie, jemand oder etwas „geht besonders ab“. Spitzenreiter im Online-Voting war aber eigentlich „isso“ als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas.

          Für Murtaza Akbar, Sprachdozent an der Hochschule Darmstadt und Leiter des Unternehmens Wortwahl, ist die ganze Abstimmung überholt: „Weil sich die deutsche Sprache vor allem wegen der Jugend und den Social-Media-Kanälen so massiv verändert wie niemals zuvor“, sagte der 48-Jährige. Jede Woche würden neue Worte dazukommen. „Wenn selbst der Duden in seiner neuesten Ausgabe Begriffe wie „durchzappen“, „gegenchecken“, „chillig“, „Emoji“, „facebooken“ und „liken“ aufgenommen hat und sich damit zu Recht auch nach der Sprache der jungen Menschen richtet, dann zeigt das, dass die Kür eines „Jugendworts des Jahres 2017“ nicht mehr zeitgemäß ist.“

          Jugendwort des Jahres 2017: Die Top 30

          Ahnma (Versuche, es zu verstehen), belastend (unschön, unangenehm), Bruh (Abwandlung von Bro, Bruder), Dab (Tanzfigur, bei der eine Hand vors Gesicht und die andere schräg nach oben gehalten wird), emojionslos (ohne Emojis), fermentieren (kontrolliertes Gammeln), fernschimmeln (nicht am gewohnten Platz chillen), gefresht (ohne Durst), GEGE (Good Game, gg, drückt Zufriedenheit aus), geht fit (geht klar, passt), I bims (Ich bin es), lit (sehr cool), looten (einkaufen gehen), Merkules (Mischung aus Angela Merkel und Herkules), napflixen (ein Nickerchen machen und dabei einen Film laufen lassen), nicenstein (perfekt, allen Wünschen entsprechend), Noicemail (nervige Sprachnachricht), schatzlos (single), selfiecide (Tod durch den Versuch, ein Selfie zu machen), sozialtot (nicht in sozialen Netzwerken angemeldet), Squad (extrem coole Gruppe), tacken (Nachrichten schicken, während man auf dem Klo sitzt), Teilzeittarzan (Jemand, der sich hin und wieder affig verhält), Textmarkeraugenbrauen (stark betonte, akkurate Balken anstelle von Augenbrauen), tinderjährig (alt genug, die Dating-App Tinder zu nutzen), trumpeten (große Versprechen machen, ohne an die Folgen zu denken), unfly (uncool), unlügbar (definitiv, unbestritten), vong (von), Was ist das für 1 Life? (Ausdruck von Erstaunen)

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