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Umfrage zur Bildung : Mehrheit junger Menschen sieht keine Chancengleichheit

  • -Aktualisiert am

Mathematikunterricht in einer 8. Klasse in Hannover. Bild: dpa

Eine Studie hat junge Menschen nach ihren Ansichten zum Bildungssystem gefragt. Während viele optimistisch in die persönliche Zukunft schauen, sieht eine Mehrheit allgemeine Chancengleichheit nicht gegeben.

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          Die Zeiten sind düster, doch viele junge Erwachsene haben den Optimismus offenbar trotzdem nicht ganz verloren. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage mit dem Titel „Gute Bildung in schwierigen Zeiten“ gibt eine Mehrheit der Befragten an, die eigene berufliche Zukunft positiv (32 Prozent) oder eher positiv (50 Prozent) zu sehen. 13 Prozent bewerten diese als eher negativ, zwei Prozent als negativ.

          Anlass zur Studie, bei der rund tausend junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren befragt wurden, war der „Tag der Bildung“ am 8. Dezember, eine Initiative, die 2015 von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, den SOS-Kinderdörfern weltweit und dem Stifterverband ins Leben gerufen wurde. Von der Initiative wurden über die Jahre immer wieder Befragungen durchgeführt, um herauszufinden, wie junge Menschen auf das Bildungssystem schauen.

          Nur ein Drittel glaubt an Chancengleichheit

          Ihre Meinung ist dabei nicht so positiv wie es der Blick auf ihre persönliche Zukunft vermuten lässt: Gerade einmal 32 Prozent glauben, dass alle Kinder unabhängig von ihrem Hintergrund die gleichen Chancen im Bildungssystem haben. Dieser Wert ist im Vergleich zu den Befragungen der vergangenen Jahre sogar noch gesunken. Je älter die Befragten waren – man könnte auch sagen: je länger sie die Chance hatten, das Bildungssystem kennenzulernen –, desto niedriger war die Zahl. Die Faktoren, die nach Ergebnis der Befragung die Bildungschancen am meisten beeinflussten, sind die Qualität der Schule und Lehrer, die Unterstützung der Eltern und die Motivation des Kindes. Ebenfalls als wichtig bewertet wurden der Freundeskreis, die Bildung der Eltern und – jedoch weniger entscheidend – der kulturelle Hintergrund des Kindes.

          Welchen Stellenwert das soziale Umfeld für Kinder und Jugendliche hat, zeigen die Antworten auf eine andere Frage der Studie: 83 Prozent der Befragten verbinden die Schule mit Freundschaften und sehen sie damit als einen sozialen Ort. Für rund zwei Drittel bedeutet der Schulalltag jedoch auch Stress und Leistungsdruck. Nur 57 verstehen die Schule als Ort, der Wissen vermittelt, das auch außerhalb des Unterrichts nützlich sein könnte.

          In Hinblick auf die Krisen der vergangenen Jahre, die Pandemie und den Kriegsausbruch in der Ukraine, waren die Ergebnisse der Befragung durchwachsen. 53 Prozent fühlen sich in Krisenzeiten eher weniger oder gar nicht unterstützt; bei Studierenden ist dieser Wert noch etwas höher als bei Schülern. Nur 47 Prozent der Befragten sind der Meinung, es gebe ausreichend (digitale) Lernmittel, die eine gute Bildung während der Krise garantieren, obwohl 95 Prozent diese als wichtig erachten.

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