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Schauspieler Ilyes Moutaoukkil : Der etwas andere Tim von TKKG

Ilyes ist im Stadtteil Wilmersdorf aufgewachsen. Als Kind streunte er herum und kletterte überall drauf, was ihm in die Quere kam. Heute ist er auch Parkourläufer, die egal wo sie sind versuchen, alle Hindernisse zu überqueren. „Mittlerweile – Mama muss jetzt mal weghören – ist es so, dass ich mich auf Dächer rauftaste“, erzählt er, „und manchmal klettern wir auch auf Baustellen rum.“ Also da, wo auf Schildern steht: „Betreten verboten. Eltern haften für ihre Kinder.“ Seine Mutter trägt es mit Fassung und lacht. Auch im Film gibt es eine Szene, in der er über mehrere Dächer flüchtet. „Die war toll“, sagt er, „aber ich durfte sie leider nicht selbst spielen. Ich habe es trainiert, aber dann war es kalt und nass, das war zu gefährlich.“

Ilyes ist ehrgeizig und liebt die Herausforderung. Im Interview redet er ohne Scheu munter drauflos, andererseits sagt er auch, dass er viel zu oft im Mittelpunkt stehe, „was ich nicht mag“. Eine Szene im Film hat ihm deshalb besonders zu schaffen gemacht. Als Undercover-Detektiv muss er in Frauenkleidern auftreten. „Erst haben wir die Szene in normalen Klamotten geprobt, dann mit Perücke, da war noch alles gut, bis dann das Kleid und diese Leggings kamen. Wenn einer sagt, ich sehe da gut aus, ist das für mich kein Kompliment. Das ist für keinen Jungen so.“ Die Blicke waren ihm „voll unangenehm“ und dass alle lachten. „Das war auch der Grund, warum ich den Film nicht meiner Klasse zeigen wollte.“

Ein ganz normaler Junge

Gut möglich, dass nach dem Film seine Fangemeinde, gerade bei Mädchen, größer wird. Schon jetzt bekommt er manchmal Briefe mit Herzen. „Aber die meisten melden sich über Instagram. Ich habe 7000 Abonnenten. Die schreiben: Hallo, wie geht’s? Am Anfang, das war kurz nach ,Bibi & Tina‘, habe ich da immer drauf geantwortet und auch Nummern ausgetauscht, das war schlimm. Das mache ich heute nicht mehr.“

Mit 14 Jahren ist er nicht mehr der unschuldige Kleine; er weiß, wo es langgeht. Im Moment hänge er in zwei Castings. Und wonach entscheidet er? „Ich liebe Herausforderungen. Ich frage mich immer bei jedem Angebot: Gibt es eine? Wenn ja, nehme ich an.“ Die Professionalisierung hat aber auch Nachteile: „Früher habe ich beim Drehen die Kamera vergessen und habe es so gespielt, als wäre die Szene echt. Mittlerweile ist das anders, da spiele ich eher.“ Und was macht ein 14-Jähriger, wenn der Dreh vorbei ist? In ein Loch fallen, wie es den erwachsenen Schauspielern oft passiert? Dazu kann es nicht kommen. Nach dem „TKKG“-Dreh ging es übergangslos mit der Schule weiter. „Ich dachte, es würde bestimmt schwierig, wieder reinzukommen“, erzählt er, „aber alle haben mich mit offenen Armen empfangen. Das hätte ich nicht so krass erwartet.“

Dann ist Ilyes wieder der ganz normale Junge. Und will es auch sein. Wenn seine Kumpels, um ihn zu ärgern, das Lied laufen lassen, das er im „Bibi & Tina“-Film gesungen hat, nerve ihn das ziemlich, sagt er und denkt kurz nach: „O Gott, ich freu’ mich schon, wenn das Bild von mir im Kleid in der Klasse rumgeht.“

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