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Jubiläum in Memmingen : 75.000. Stolperstein verlegt

  • Aktualisiert am

Die Rosenbaums flohen 1941 nach Uruguay. Bild: dpa

Der Jubiläumsstein und ein weiterer erinnern künftig an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenbaum in Memmingen. Die Miniaturdenkmäler soll es bereits in mehr als 20 Ländern Europas geben.

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          In Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern Europas wird mit den sogenannten Stolpersteinen an die Opfer der Nazi-Diktatur erinnert. Am Sonntag hat der Initiator des Projekts, der Künstler Gunter Demnig, in Memmingen den 75.000. Stolperstein verlegt. Der Jubiläumsstein und ein weiterer Stolperstein erinnern künftig an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenbaum, berichtete der Verein Stolpersteine in Memmingen. Die Steine wurden vor dem früheren Wohnhaus von Martha und Benno Rosenbaum verlegt.

          Die Stolpersteine werden mit einer kleinen Messingplatte versehen, die biografische Angaben über die Opfer enthalten. Sie werden dann vor den früheren Wohnhäusern der Verfolgten des Naziregimes in den Bürgersteig eingelassen. Demnig arbeitet seit den 1990er Jahren an dem Erinnerungsprojekt, in Deutschland gibt es nach Angaben des Künstlers die kleinen Gedenksteine in mehr als 20 Ländern Europas.

          Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine für Benno und Martha Rosenbaum.
          Gunter Demnig verlegt die Stolpersteine für Benno und Martha Rosenbaum. : Bild: dpa

          In Memmingen werden seit 2014 Stolpersteine verlegt, mittlerweile sind mehr als 100 Stück im Stadtgebiet zu finden. Die Nazis hatten während des Pogroms am 10. November 1938 die Wohnung der wohlhabenden Familie Rosenbaum verwüstet, als die Eheleute nicht anwesend waren. Das Paar floh 1941 nach Montevideo, in die Hauptstadt Uruguays. Dort nahm sich der Mann drei Jahre später das Leben. Nach Angaben des Memminger Vereins hat es Benno Rosenbaum nicht ertragen, dass er seine Geburtsstadt Memmingen verlassen musste.

          Die etwa zehn mal zehn Zentimeter große Pflastersteine sollen die Menschen über den Nazi-Terror in ihrer unmittelbaren Umgebung stolpern lassen. Sie werden vor früheren Wohnhäusern oder Geschäften von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Widerstandskämpfern in den Boden eingelassen. Für 120 Euro kann jeder eine Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Steins übernehmen.

          Die Aktion des Künstlers, der lange im Raum Köln lebte und nun im hessischen Alsfeld wohnt, ist allerdings auch umstritten. So hat sich die Stadt München offiziell gegen die Verlegung von Stolpersteinen entschieden. Begründung: Die Namen von Nazi-Opfern sollen nicht mit Füßen getreten werden.

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