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Johnny Depp und Amber Heard : Dieser Ehe fehlten nicht nur Fingerkuppen

  • -Aktualisiert am

Johnny Depp und Amber Heard am Londoner Gericht Bild: dpa

Der Rosenkrieg zwischen Amber Heard und Johnny Depp geht vor Gericht weiter – und wird unappetitlich: Depp berichtet, Heard habe ihre Notdurft im gemeinsamen Ehebett verrichtet. Bei einem Flaschenwurf soll er eine Fingerkuppe verloren haben.

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          Hollywood-Star Johnny Depp hat sich mit der Verleumdungsklage gegen den britischen Zeitungsverlag News Group Newspapers (NGN) keinen Gefallen getan. Schon zu Prozessbeginn am Dienstag bot der Schauspieler wenig glamouröse Einblicke in die gescheiterte Ehe mit Amber Heard. Nach Anschuldigungen der Texanerin, Depp habe sie während der 15 Ehemonate wiederholt misshandelt, hatten die „Sun“ und ihr Chefredakteur Dan Wootton ihn als „Frauenschläger“ beschimpft. Zudem verwies das Blatt auf „erdrückende Beweise“ für die behaupteten Übergriffe. „Miss Heard hat der ganzen Welt erzählt, sie fürchte um ihr Leben und ich sei ein Monster. Das entspricht aber nicht den Tatsachen“, widersprach Depp nun vor den Royal Courts of Justice in London.

          Der Golden-Globe-Preisträger, bekannt aus Filmen wie „Fluch der Karibik“ und „The Tourist“, hatte Heard 2011 bei den Dreharbeiten zur Verfilmung von Hunter S. Thompsons Roman „The Rum Diary“ kennengelernt. Nach der Trauung auf seiner Privatinsel Little Hall’s Pond Cay Anfang 2015 überraschte das Paar die Fans im Mai 2016 mit der Trennung. In einem Antrag auf einstweilige Verfügung gab Heard damals an, Depp habe sie im Drogen- und Alkoholrausch immer wieder „verbal und körperlich“ misshandelt. Nach einem Rosenkrieg über Unterhaltsforderungen sprach ein kalifornisches Gericht im Januar 2017 die Scheidung aus. Der Anfang vom Ende, trug Depp jetzt bei Gericht vor, setzte aber schon früher ein. „Miss Heard oder eine ihrer Freundinnen verrichtete ihre Notdurft in unserem gemeinsamen Bett“, erinnerte er sich an das Frühjahr 2016. Nach dem vermeintlichen Streich habe er beschlossen, sich scheiden zu lassen.

          Die „Sun“ ließ die turbulente Trennung vor gut zwei Jahren wiederaufleben: Nach Ankündigung von Depps Part in der Verfilmung von Joanne K. Rowlings „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ erinnerte das Blatt an #MeToo und die vermeintliche Vergangenheit des Schauspielers als „Wife beater“. „Herr Depp ist kein Frauenschläger und war es auch nie. Miss Heard hat die Geschichten allesamt erfunden“, versicherte nun David Sherborne, der Anwalt des Siebenundfünfzigjährigen. Zuvor hatte der Jurist den Prozessteilnehmern, die wegen der Corona-Pandemie auf verschiedene Säle des Gerichtsgebäudes verteilt wurden, die Aufnahme eines Streits vorgespielt. „Du bist ein verdammtes Baby“, warf Heard ihrem Ehemann damals vor. Anwalt Sherborne legte dem Gericht auch ein Foto aus dem Jahr 2015 vor. Es zeigte Depp mit abgetrennter Fingerkuppe in einem Krankenbett. Laut eigener Aussage hat er das Körperteil verloren, als die heute 34 Jahre alte Heard eine Wodka-Flasche nach ihm warf.

          Am zweiten Prozesstag ging es um die Tätowierung „Winona forever“, die sich Depp während seiner Beziehung mit der Schauspielerin Winona Ryder machen ließ. Nach der Trennung verkürzte er das Arm-Tattoo auf „Wino forever“ – Wino ist ein Slangwort für Alkoholiker. Darüber hatte sich Heard lustig gemacht. Dass er sie daraufhin geschlagen habe, wies Depp zurück. Er räumte aber ein, in der Zeit stark getrunken zu haben. An Drogenkonsum konnte er sich nicht erinnern.

          Depps ehemalige Lebensgefährtinnen Vanessa Paradis und Winona Ryder werden in den kommenden drei Prozesswochen in London erwartet. Beide gaben wiederholt zu Protokoll, nie von dem Schauspieler misshandelt worden zu sein. „Ich habe schon vor meinem vierzehnten Geburtstag jedes nur erdenkliche Rauschmittel konsumiert“, gab Depp zu. „Aber es gehört zu meinem Moralkodex, nie eine Frau zu schlagen.“

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