https://www.faz.net/-gum-94ccw

Kimmel vs. Moore : „Lass mich wissen, wenn du irgendwelche christlichen Werte haben solltest“

Jimmy Kimmel bei einer Aufnahme seiner Late-Night-Show Bild: AP

Der republikanische Senatskandidat Roy Moore hat Talkmaster Jimmy Kimmel den Krieg erklärt – und der nimmt ihn dankend an. Auf einen Schlagabtausch bei Twitter folgt nun Kimmels persönliche Abrechnung mit Moore.

          1 Min.

          Ein ganz normaler Tag für Talkmaster Jimmy Kimmel: Aufwachen, mit den Kindern spielen, duschen, zur Arbeit fahren – und sich in einem plötzlichen Twitter-Krieg mit Roy Moore wiederfinden. So beschreibt Kimmel die abrupte Erkenntnis, dass er mitten in einer online – wie es sich für den anständigen Republikaner von heute gehört – ausgetragenen Fehde mit dem ultrakonservativen republikanischen Senatskandidaten steckt.

          Johanna Dürrholz

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Kimmel hatte zuvor in seiner Late-Night-Show „Jimmy Kimmel Live“ einen Sketch auf Kosten des Politikers gezeigt, der in einer Kirche spielte. Der Republikaner Moore gilt als strenger Verfechter christlicher Werte. Allerdings wurden ihm unlängst sexuelle Kontakte mit Minderjährigen und der Missbrauch eines 14-jährigen Mädchens vorgeworfen. 

          Moore verurteilte den Gag der Late-Night-Show auf Twitter:

          „Jimmy, wenn du dich über unsere christlichen Werte lustig machen willst, dann komm nach Alabama und mach es von Mann zu Mann!“

          Kimmel zögerte nicht, die Einladung anzunehmen und antwortete: „Klingt gut. Lass es mich wissen, wenn du irgendwelche christlichen Werte haben solltest. Dann werde ich da sein!“

          Moore erklärte daraufhin, er werde Kimmel „trotz der Bigotterie von Hollywoods Eliten gegenüber Südstaatlern“ einen Platz in der ersten Reihe freihalten.

          Woraufhin Kimmel bloß erklärte, er werde seine beiden Töchter lieber zu Hause lassen – eine Anspielung auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Moore.

          Doch dabei beließ es der Talkmaster nicht. In seinem allabendlichen Monolog zur Eröffnung seiner Show nahm er sich den Senatskandidaten vor und erklärte: „Ich werde kommen. Was ich tun werde, ist – und ich glaube, das wird dir gefallen, Roy – ich werde mit einer Gruppe Cheerleader nach Gasden, Alabama, in die Mall kommen.“ Zuvor hatte Kimmel berichtet, Moore habe in eben dieser Mall Hausverbot erhalten – aufgrund seines unangebrachten Verhaltens gegenüber jungen Mädchen. „Keine Sorge, ich werde dafür sorgen, dass du in die Mall kommst“, scherzte Kimmel weiter.

          „Wenn es dir dann gelingen sollte, den kleinen Roy in deiner Cowboyhose zu lassen, wenn du dich kontrollieren und dich benehmen kannst, dann können wir uns zusammensetzen und über christliche Werte diskutieren“, so Kimmel weiter.

          Schließlich erklärte Kimmel noch, er habe Mitleid mit den Menschen in Alabama, die bei weitem nicht alle Pro-Roy seien. Er aber würde den Republikanern, die es nicht übers Herz brächten, für einen Demokraten zu stimmen, eine klare Wahlempfehlung geben: „Wählt einfach gar nicht. Ihr werdet euch wohler mit euch selbst fühlen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ruinerwold in Aufruhr : Polizei nimmt auch Vater der isolierten Familie fest

          Fassungslos reagieren die Einwohner des niederländischen Dorfes Ruinerwold auf die mutmaßliche Freiheitsberaubung einer ganzen Familie zu der immer mehr Details ans Licht kommen. Nun hat die Polizei einen zweiten Verdächtigen verhaftet.
          Rechtsradikale Gamer: Ein Profil auf der Spieleplattform Steam

          Anschlag von Halle : Der Hass der Egoshooter

          Virtuelle Orden und Battlegrounds: Haben Computerspieler ein Problem mit Rechtsextremismus und der Verherrlichung von Attentätern? Eine Recherche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.