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Insolvenz des Tennisstars : Jetzt kommen Beckers Trophäen wirklich unter den Hammer

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Bald sind seine Pokale weg: Boris Becker im Mai in London Bild: AP

2018 hatte Boris Becker die Auktion noch stoppen können. Jetzt macht der Insolvenzverwalter ernst: Im Juli sollen Trophäen und Erinnerungsstücke des ehemaligen Tennisstars versteigert werden.

          Eigentlich hätten schon im Juni 2018 mehr als 80 persönliche Gegenstände von Boris Becker versteigert werden sollen: Unter anderem eine Goldene Kamera, ein Bambi und eine Nachbildung des Wimbledon-Pokals wollte das Auktionshaus „Wyles Hardy & Co.“ über seine Homepage im Auftrag von Beckers britischem Insolvenzverwalter Mark Ford an die Meistbietenden verkaufen. Becker schimpfte damals in der „Bild am Sonntag“: Es gehe „nur darum, mir persönlich wehzutun, weil ich natürlich emotional an den Trophäen hänge. Wenn man den reinen Verkaufswert dieser Gegenstände wie Schläger und Pokale aufrechnet, dann ist das ein Klacks.“

          Der ehemalige Tennisstar wehrte sich nicht nur mit Worten, sondern auch mit Hilfe seiner Anwälte. Am 26. Juni 2018 beantragten diese eine einstweilige Verfügung gegen die Auktion, die eigentlich am 28. Juni hätte enden sollte. Insolvenzverwalter Ford teilte daraufhin mit, dass man der „vorübergehenden Vertagung der Versteigerung zugestimmt“ habe, bis die Behauptungen Beckers vor Gericht geklärt worden seien. Für die Bieter sei durch den Unterlassungsantrag ein Gefühl der Unsicherheit entstanden, das man selbst allerdings für völlig unbegründet halte. „Endlich gute Nachrichten“, twitterte Becker damals.

          Jetzt gibt es für ihn schlechte Nachrichten: „Wyles Hardy & Co.“ gab am Dienstag bekannt, dass es einen neuen Termin für die Auktion gebe: Am 9. Juli können die Trophäen und Erinnerungsstücke im Auktionshaus nach Terminabsprache besichtigt werden, am 11. Juli endet die Online-Auktion. Beckers Insolvenzverwalter Mark Ford wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Wir freuen uns, dass die Auktion nun fortgesetzt werden kann, da es um einige der wenigen verbliebenen Vermögenswerte dieses Konkurses geht. Wir gehen davon aus, dass wir den Gläubigern noch in diesem Jahr eine Dividende ausschütten werden.“

          Ford widerspricht auch Beckers Darstellung, dass die Trophäen keinen materiellen Wert hätten. Die Auktion habe vergangenes Jahr „sehr erhebliche Gebote angezogen, und nach unserer Erfahrung hätten Last-Minute-Gebote die Rendite für die Gläubiger erheblich gesteigert, wenn Becker nicht eingegriffen hätte“. Ein Gericht habe im November 2018 entschieden, dass der Insolvenzverwalter die persönlichen Gegenstände verkaufen lassen darf. Laut dem Insolvenzverwalter hatte Becker seine Forderung auf eine Unterlassung zuvor zurückgezogen.

          Becker habe außerdem zugesagt, die „mit seiner sehr späten Aufforderung zur Verschiebung des Verkaufs verbundenen Schäden und Kosten zu decken, einschließlich des Ausgleichs für die Kosten, die durch die Wiederholung der Auktion entstanden sind“. Die für den Insolvenzverwalter entstandenen Gerichtskosten müsse er ebenfalls übernehmen. Die Auktion im Juli bezeichnet Ford als „eine seltene Gelegenheit für Tennisfans“, Erinnerungsstücke dieser Art zu erwerben. Becker war im Juni 2017 in Großbritannien für zahlungsunfähig erklärt worden, seitdem läuft das Insolvenzverfahren.

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