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Lawrence über Gender-Pay-Gap : „Leo ist an der Kasse wertvoller“

  • -Aktualisiert am

Oscar-prämiert: 2013 erhielt Jennifer Lawrence den Preis als beste Hauptdarstellerin. Bild: AFP

Die Schauspielerin Jennifer Lawrence heizt die Debatte um den Gender-Pay-Gap an. Allerdings anders als möglicherweise gedacht: Über zu niedrige Gagen will sie sich nicht beklagen.

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          Lange vor MeToo und kultureller Aneignung stritt Hollywood schon über das Gagen­gefälle zwischen weiblichen und männlichen Filmschaffenden. Wie die Schau­spielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) 1987 bei einer Umfrage feststellte, verdienten Frauen in der amerikanischen Filmindustrie im Durchschnitt 38 Prozent weniger als Männer. Bei Darstellerinnen jenseits des 40. Geburtstags öffnete sich der Gender-Pay-Gap noch weiter. Ihre Gage machte nur etwa die Hälfte der ihrer männlichen Kollegen aus. Nach einem kurzen Aufschrei, getrieben durch Branchenblätter wie Variety, ging Hollywood zur Tagesordnung über.

          Jetzt hat die Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence die Debatte wieder angeheizt – wenn auch anders als erwartet. Dass sie als die den Weltuntergang verheißende Astronomin Kate Dibiasky in der angekündigten schwarzen Komödie „Don’t Look Up“ weniger Gage bekomme als ihr Ko-Star Leonardo DiCaprio, sei kein Problem. „Leo ist an der Kinokasse wertvoller als ich. Ich bin über meinen Vertrag extrem glücklich“, sagte Lawrence der Vanity Fair. Variety hatte zuvor über die üppigen Honorare bei Adam McKays Film berichtet. DiCaprio verdient für seine Rolle als Astronomie-Professor angeblich 30 Millionen, Lawrence immerhin 25 Millionen Dollar. Die Schauspielerin gab zu, es sei ihr grundsätzlich unangenehm, das Thema Lohngleichheit anzusprechen. „Wenn man es doch tut, wird einem erzählt, dass es nichts mit der Genderlücke zu tun hat“, sagte die Einunddreißigjährige. „Aber woran es liegt, kann mir auch keiner sagen.“

          Früher hörte sich Lawrence noch kämpferischer an. Wie ihre Schauspielkollegin Patricia Arquette, die bei den Oscars 2015 Lohngleichheit für alle Amerikanerinnen forderte, zählte sie lange zu den lautesten Verfechterinnen von „Equal pay“. Ihre Tirade nach dem „Sony-Leak“, bei dem Hacker vertrauliche Daten des Filmstudios Sony Pictures, darunter auch die Gagen von Lawrence, Bradley Cooper und Christian Bale für die Kriminalkomödie „American Hustle“, veröffentlichten, ging damals um die Welt. „Jetzt weiß ich, wie viel weniger ich verdiene als die glücklichen Leute mit Penis. Ich bin aber nicht sauer auf Sony, sondern auf mich selbst. Ich habe bei den Verhandlungen zu schnell aufgegeben“, monierte sie damals im Newsletter ihrer Freundin Lena Dunham.

          Ausgerechnet in Hollywood, wo man sich immer wieder als Vorkämpfer gesellschaftspolitischen Fortschritts feiert, sieht es bei der Lohngleichheit finster aus. Während Amerikanerinnen im Durchschnitt 80 Prozent des Gehalts männlicher Kollegen verdienen, klafft die Genderlücke in der Filmindustrie noch weiter auseinander. Für die Agentenkomödie „Mr. & Mrs. Smith“ bekam Angelina Jolie 2005 etwa zehn Millionen Dollar, die Hälfte der Gage ihres Filmpartners und späteren Ehemanns Brad Pitt. Auch Natalie Portman, Michelle Williams und Meryl Streep, mit 21 Oscar-Nominierungen einer der erfolgreichsten Stars überhaupt, müssen sich oft mit niedrigeren Gagen zufriedengeben.

          Lawrence tröstet sich nun damit, dass ihr Name im Vorspann etwas prominenter als DiCaprios gezeigt wird, wenn „Don’t Look Up“ Anfang Dezember in amerikanische Kinos kommt und von Weihnachten an auch bei Netflix zu sehen ist. Darauf, so versicherte sie der Vanity Fair, habe sie bestanden. „Ich war die Nummer Eins auf dem Callsheet. Für mich war klar, dass das auch in den Eröffnungscredits zu sehen sein sollte.“ Zumindest das habe Leo sehr großzügig akzeptiert.

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