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Schießereien und Unfälle : Jeden Tag werden etwa 230 Amerikaner angeschossen

  • -Aktualisiert am

Nach dem Schulmassaker in Parkland, bei dem 17 Menschen starben und 15 verletzt wurden, demonstrierten Menschen in Las Vegas für strengere Waffengesetze. Bild: AFP

Für das Jahr 2017 zählt ein Verein fast 85.000 Verletzungen durch Schusswaffen in den Vereinigten Staaten – das entspricht etwa 230 angeschossenen Amerikanern pro Tag. Die meisten trugen schwere Verletzungen davon.

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          Die Zahl der Toten bei sogenannten Mass Shootings erregt in den Vereinigten Staaten immer Aufmerksamkeit. Als ein Neunzehnjähriger vor drei Jahren an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland (Florida) auf ehemalige Mitschüler anlegte, kamen 17 Personen ums Leben. Der Amoklauf in Aurora im Centennial State Colorado, bei dem ein Student Besucher der nächtlichen Premiere eines „Batman“-Films heimsuchte, kostete vor acht Jahren zwölf Personen das Leben. Als der Glücksspieler Stephen Paddock vor drei Jahren aus dem 32. Stockwerk eines Hotels in Las Vegas schoss, tötete er 60 Besucher eines Musikfestivals. Wie in Parkland und Aurora wurde auch am Strip der Spielerstadt einige Tage später für jeden Toten ein Kreuz errichtet. Dass bei den Anschlägen auch Hunderte Menschen Schussverletzungen erlitten, geriet dagegen schnell in Vergessenheit.

          Wie die Organisation Everytown for Gun Safety jetzt errechnete, werden jeden Tag etwa 230 Amerikaner angeschossen. Obwohl die Zahl weit höher liegt als die der durch Schüsse Getöteten, blieb eine Erfassung der „nonfatal gun injuries“ bislang aus. Everytown for Gun Safety, vor sechs Jahren von Michael Bloomberg, früher Bürgermeister von New York und Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, gegen Waffengewalt gegründet, verlangt nun die systematische Registrierung von Schussverletzungen. Begründet wird die Forderung nach einer Datenbank auch mit der Wahrscheinlichkeit weiterer Schießereien nach einer Schussverletzung. „Die Gefahr, dass ein junger Mensch, der wegen einer Schussverletzung im Krankenhaus behandelt wurde, in einen weiteren Übergriff mit Waffen verwickelt wird, ist besonders hoch“, fasste der Verein mit Sitz in New York zusammen. „Der Kreislauf von Opfer, Rache und Gegenschlag muss durchbrochen werden.“

          Bei der Auswertung von Daten amerikanischer Kliniken zählte Everytown for Gun Safety für das Jahr 2017 fast 85.000 Verletzungen durch Schusswaffen – meist bei jungen Männern. Demnach wurden mehr als doppelt so viele Amerikaner angeschossen als erschossen. Die meisten waren nichtweiße Jugendliche oder junge Erwachsene. Afroamerikaner wurden fast zehnmal häufiger mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht als Weiße. Hispanischstämmige Amerikaner erlitten doppelt so häufig Schussverletzungen wie hellhäutige. Nicht jede der Schusswunden ging auf einen Angriff zurück. Vielmehr machten vorsätzliche Schüsse laut amerikanischer Gesundheitsdatenbanken (Healthcare Cost and Utilization Project) nur etwa vier von zehn Verletzungen aus. Neben Suizidversuchen und Schusswunden durch Polizeiwaffen kam es auch immer wieder zu unbeabsichtigten Schüssen.

          Die meisten Opfer trugen schwere Verletzungen davon. Laut dem Washingtoner Bildungsfonds gegen Waffengewalt (EFSGV) erleiden jedes Jahr einige tausend Amerikaner schwere Hirnverletzungen oder Rückenmarkstraumata durch Kugeln. Nach Autounfällen und Stürzen sind Schüsse die dritthäufigste Ursache von Verletzungen des Rückenmarks. Fast jedes zweite Opfer entwickelt posttraumatische Belastungsstörungen, die oft in Rauschgiftmissbrauch und Arbeitslosigkeit münden. Um die Zahl von Schussverletzungen einzudämmen, schlagen Organisationen wie der Bildungsfonds EFSGV und Everytown for Gun Safety nun Interventionsprogramme vor, die schon während der medizinischen Behandlung im Krankenhaus einsetzen.

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