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Brüssel-Überlebender berichtet : „Ich bin froh, dem Tod nochmals entkommen zu sein“

  • -Aktualisiert am

Im Gespräch erzählt Mason Wells von seinen traumatischen Sekunden nach der Detonation des Selbstmordattentäters im Brüsseler Flughafen. Bild: AP

Mason Wells hat drei Attentate überlebt. Bei den Anschlägen in Brüssel am vergangenen Dienstag erlitt er schwere Verletzungen. Jetzt erzählt er von seinen Erfahrungen.

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          Er steht in der Check-in-Schlange am Schalter von Delta Airlines in Brüssel, als sich einige Meter neben ihm ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengt. „Die Explosion war extrem laut und so stark, dass sich mein Körper hob“, sagt Mason Wells in einem Video gegenüber der Nachrichtenagentur AP. „Ich spürte viele ganz heiße und ganz kalte Dinge gleichzeitig auf meinen Körper auftreffen“, berichtet Wells vom Feuer, das ihn teilweise ergriff.

          Der junge Mann erzählt so ruhig von seinen traumatischen Erlebnissen, als wären sie für ihn nicht außergewöhnlich. In der Tat hat Wells am vergangenen Dienstag bereits zum dritten Mal ein islamistisches Attentat überlebt. Während er spricht, ist eine Kamera auf sein Krankenhausbett gerichtet. Fast sein gesamter Kopf ist in Bandagen gewickelt, seinen Oberkörper verdeckt ein Tuch.

          „Plötzlich sah ich mein eigenes Blut“

          Der 19 Jahre alte Mormone aus dem Bundesstaat Utah war auch in der Nähe der Terroranschläge von Paris im vergangenen November zugegen gewesen. Und beim Anschlag auf den Bostoner Marathon im Jahr 2013 hatte er sich während der Explosionen in einer Nebenstraße der Ziellinie aufgehalten. Am vergangenen Dienstag hatte er mehr als nur Glück: Beim Anschlag auf den Brüsseler Flughafen zog er sich zwar eine gefährliche Wunde am Kopf, eine durchtrennte Achillessehne und schwere Verbrennungen zu. Doch trotz dieser Verletzungen darf der Amerikaner mit vollständiger Genesung rechnen.

          „Es hat nicht viel gefehlt. Ich bin sehr froh, dass ich dem Tod nochmals entkommen konnte“, sagt Wells. „Als ich mich aus dem Flughafen schleppte, ging die zweite Bombe hoch. Plötzlich saß ich da und sah mein eigenes Blut. Seltsamerweise fühlte ich Ruhe und Frieden. Wahrscheinlich durch den physischen Schock.“ Der gläubige Mann ist sich sicher, sein Glück der Anwesenheit Gottes zu verdanken.

          Sobald er vollständig genesen ist, möchte er sich wieder auf seine religiöse Gemeinschaft fokussieren. Was die Ereignisse in Boston, Paris und Brüssel ihm gezeigt hätten: „Dass man heute nicht wissen kann, was morgen geschieht“.

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