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Japanisches Kaiserhaus : Eine Hochzeit mit Hindernissen

Ihr letzter Auftritt als Kaiserliche? Vergangene Woche nahm Prinzessin Mako noch einmal an einer Zeremonie im Kaiserpalast in Tokio teil. Bild: AFP

Prinzessin Mako will bald ihren Freund Kei Komuro heiraten. Nicht alle Japaner freuen sich. Denn die Prinzessin will Japan in einem beispiellosen Schritt verlassen und ihrem künftigen Angetrauten nach New York folgen.

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          Japan steht vor einer Hochzeit im Kaiserhaus, doch richtige Freude kommt nicht auf. Die Braut, Prinzessin Mako, lehnt jeden Prunk ab. Die shintoistischen Rituale sind abgesagt. Eine Abschlagszahlung der Regierung von umgerechnet 1,17 Millionen Euro schlägt die Prinzessin aus. Stattdessen will Mako Japan in einem beispiellosen Schritt verlassen und ihrem künftigen Angetrauten nach New York folgen. Es scheint wie eine Flucht in die Freiheit. Ein wenig ähnelt die Geschichte dem dramatischen Abgang von Prinz Harry und Me­ghan aus dem englischen Königshaus.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der Schock trifft vor allem die japanischen Magazine. Minutiös rechnen sie der 29 Jahre alten Prinzessin vor, wie teuer das Leben in New York sein wird, und schildern die Schwierigkeiten und Gefahren in der fremden Welt. Nachbarn und die Polizei würden das Paar im Ausland nicht so gut schützen wie in Japan. Mit der Covid-Pandemie habe die Ausländerfeindlichkeit gegen Asiaten in Amerika zugenommen. Die Ehe werde eine Katastrophe, unkt das Magazin Shincho und fürchtet negative Folgen für das Kaiserhaus. Es liest sich, als wären die Journalisten beleidigt, dass die Prinzessin sich dem Heimatland entzieht. Doch Mako, die älteste Tochter von Kronprinz Fumihito, entzieht sich eben dem Druck dieser Öffentlichkeit.

          Das Drama begann vor vier Jahren, als die Prinzessin und ihr gleichaltriger bürgerlicher Freund Kei Komuro die bevorstehende Vermählung bekannt gaben. Schon wenige Monate später wurde die Hochzeit ausgesetzt, nachdem Journalisten finanzielle Unstimmigkeiten in der Familie des Bräutigams aufgedeckt hatten. Der ehemalige Verlobte der Mutter von Komuro verlangte Geld zurück, mit dem er den Lebensunterhalt und auch die Ausbildung Komuros mit­finanziert hatte. Diese Wirren kamen bei den Japanern und auch bei den Brauteltern nicht gut an. Unter diesen Umständen wollte Kronprinz Fumihito, der Vater von Mako, der Vermählung nicht zustimmen. Er verlangte, dass die Angelegenheit zuvor geklärt werde. Das ist sie bis heute nicht. Genüsslich kolportieren die Magazine nun, dass die Mutter des informell Verlobten Sozialleistungen erhalten habe.

          Die Unabhängigkeit der Prinzessin

          „Es ist ein merkwürdiger Standard, an dem die Prinzessin und ihr Verlobter gemessen werden“, sagt Kenneth Ruoff, ein auf Japan und das Kaiserhaus spezialisierter Historiker der Portland State University. Die japanische Öffentlichkeit scheine nicht richtig zu verstehen, dass weibliche Mitglieder das Kaiserhaus verließen, wenn sie einen Bürgerlichen heiraten. „Mako wird Japan nicht länger formal repräsentieren“, sagt Ruoff. „Es ist deshalb abwegig, dass die Bevölkerung über ihren künftigen Partner urteilt.“

          Prinzessinnen sind in Japan nicht zur Thronfolge berechtigt. Wenn sie heiraten, werden sie mit einem Abschieds­besuch beim Kaiser und der Kaiserin aus dem imperialen Haus entlassen. Sie erhalten dann ihre Bürgerrechte und können etwa einen Pass beantragen. Die Regierung zahlt eine einmalige Geld­summe, damit die ehemals Kaiserlichen angemessen leben können. Üblicherweise verschwinden die ehemaligen Prinzessinnen aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie leben zurückhaltend, um keine Schlagzeilen zu produzieren.

          Die japanische Prinzessin Mako und ihr Studienfreund Kei Komuro geben auf einer Pressekonferenz 2017 ihre Verlobung bekannt.
          Die japanische Prinzessin Mako und ihr Studienfreund Kei Komuro geben auf einer Pressekonferenz 2017 ihre Verlobung bekannt. : Bild: dpa

          Mako will nach Medienberichten auf die Abschlagszahlung von 152,5 Millionen Yen (1,17 Millionen Euro) verzichten. Offenbar will sie jeden Eindruck vermeiden, dass der Steuerzahler für finanzielle Schwierigkeiten der Familie Komuro aufkommen müsse. „Wir lernen, wie unabhängig die Prinzessin ist“, sagt Ruoff. „Dabei würde doch jeder argumentieren, dass ihr das Geld zustehe für all die Arbeit, die sie als Prinzessin für die kaiserliche Familie ausgeübt hat.“

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