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Himalaya : Japaner mit nur einem Finger bricht Everest-Besteigung ab

  • Aktualisiert am

„Ich habe mein Bestes gegeben“: Bergsteiger Nobukazu Kuriki. Bild: Reuters

Wind und Schneefall waren einfach zu stark: Der Japaner Nobukazu Kuriki hat sein Vorhaben, mit nur einem Finger den Mount Everest zu besteigen, abgebrochen. Es war nicht sein erster Versuch.

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          Der Japaner Nobukazu Kuriki hat seinen Versuch abgebrochen, als erster Bergsteiger nach dem schweren Himalaya-Erdbeben den Mount Everest zu erklimmen. „Ich habe mein Bestes gegeben“, schrieb der 33 Jahre alte Extremsportler am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter. „Aber mir ist klar geworden, dass ich wegen des heftigen Windes und Schneefalls nicht lebend zurückkehren würde, wenn ich weitergehe.“ Kuriki war am Vorabend kurz nach Sonnenuntergang von Camp 4 zur letzten Etappe aufgebrochen und wollte am Donnerstag vor dem Mittag auf dem 8848 Meter hohen Himalaya-Gipfel stehen.

          Er sei zwar bis in die sogenannte Todeszone jenseits der 8000-Meter-Grenze vorgedrungen, berichtete Kuriki. Auf etwa 8150 Metern Höhe habe er sich aber zur Umkehr entschlossen. In der „Todeszone“ gilt es wegen der dort herrschenden extremen Kälte und des Sauerstoffmangels als unmöglich, länger als 48 Stunden zu überleben. Der Japaner war allein und ohne zusätzlichen Sauerstoff unterwegs.

          Kuriki versuchte bereits zum sechsten Mal, den Gipfel des höchsten Bergs der Erde zu erreichen. Bei einem früheren Versuch im Jahr 2012 hatte er neun Finger durch Erfrierung verloren. Nach der ersten Umkehr vor anderthalb Wochen hatte er sich im Basislager etwas erholt, ehe er den Berg noch einmal anging. Zunächst war unklar, ob Kuriki es in dieser Saison ein weiteres Mal versuchen wollte. In der Herbstsaison schaffen es wegen des Wetters weniger Bergsteiger auf die höchsten Berge der Welt als im Frühjahr.

          Mit seinem nun missglückten Gipfelsturm wollte der Japaner nach eigenen Angaben auch die nepalesische Tourismusbranche unterstützen, die nach dem Himalaya-Erdbeben erhebliche Verluste erlitt. Durch das Erdbeben im April kamen in Nepal fast 8900 Menschen ums Leben. Am Mount Everest wurde eine massive Lawine ausgelöst, die das Basislager teilweise zerstörte und 18 Menschen in den Tod riss. Kuriki wäre bei einem Erfolg der einzige gewesen, der in diesem Jahr den höchsten Berg der Welt bestiegen hätte.

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