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Obst-Auktion : Tafeltrauben für nur 10.000 Euro

  • -Aktualisiert am

Hat gut lachen: Händler Takamaru Konishi mit den teuren Trauben. Bild: ddp Images

Ein Japaner hat Tafeltrauben für mehrere zehntausend Euro ersteigert. Solche Rekordsummen bei Obst-Auktionen sind in Japan keine Seltenheit.

          Wer 10.000 Euro für einen Wein bezahlt, der ist in der Regel reich und im Idealfall ein Kenner. Wer 10.000 Euro für eine Tafeltraube bezahlt, der muss schon verrückt sein – oder Japaner. In einem Land, das seinen Bedarf an Obst nicht annähernd decken kann, wo Früchte Gastgeschenke sind und eine Handvoll Kirschen 90 Euro kosten kann, verwundert es kaum, dass wöchentlich neue Rekorde bei Obst-Auktionen aufgestellt werden.

          So wie am vergangenen Donnerstag, als der 37 Jahre alte Takamaru Konishi für eine Tafeltraube 1,1 Millionen Yen auf den Tisch legte – fast 10.000 Euro, gut 320 Euro pro Beere. „Ich fühle mich sehr geehrt“, sagte er nach der ersten Traubenauktion des Jahres in der Stadt Kanazawa, wo 46 Trauben versteigert wurden. „Das sind wahre Prachtexemplare!“

          Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Konishi, Inhaber eines Supermarktes in der westjapanischen Stadt Amagasaki, in die Kameras lächelt: Schon im Mai stellte er einen Rekord auf, als er für zwei Zuckermelonen der Sorte Yubari drei Millionen Yen (24.000 Euro) zahlte. Konishi wird kaum Gewinn daraus schlagen können. Will er auch gar nicht. Der Japaner wird die Traube, wie schon die Yubari-Melone, mit seinen loyalen Kunden brüderlich teilen.

          Obst-Auktionen gelten in Japan als Stimmungsbarometer für die Wirtschaftslage, oft wollen die Käufer ein Statement setzen und strukturschwache Regionen unterstützen. Die Traubensorte „Ruby Roman“, um die es hier ging, ist eine Rarität. Eine Beere muss mehr als 20 Gramm wiegen und einen Zuckergehalt von mindestens 18 Prozent haben. Sie wird nur in der Präfektur Ishikawa angebaut, die Früchte werden (wie die Melonen auch) von einer Züchterkooperative verkauft. Bis Ende September sollen in diesem Jahr noch bis zu 20.000 Trauben geerntet werden. Es ist ein Glücksfall, denn es gibt Jahrgänge, die bringen keine einzige Traube hervor.

          Zwei Zuckermelonen für über 20.000 Euro wechselten bereits im Mai den Besitzer.

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