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Abschied von „Gunther" : Der siebte Freund

Rolle seines Lebens: James Michael Tyler (links) als Barista „Gunther“ im Café der Serie „Friends“ Bild: Getty

Bei „Friends“ war eines sicher: Im Café Central Perk traf man auf Barista Gunther. Abschied von einem besonderen Nebendarsteller.

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          Nebendarsteller sind für Serien, was Small-Talk-Häppchen für eine Party sind. So wenig wie man den ganzen Abend der Gastgeberin auf den Fersen bleiben kann, so wenig werden Serien – besonders wenn es sich um Komödien handelt – nur von ihren Hauptdarstellern getragen. Einige von ihnen haben so viel Talent, dass sie nicht einmal viele Dialogzeilen brauchen, um bei den Fans Eindruck zu hinterlassen, wie Jack McBrayer, der in der Mediensatire „30 Rock“ den Pagen Kenneth spielte und sich von Mini-Auftritten als trotteliges Landei aus Georgia zum festen Bestandteil der Crew hocharbeitete. Oder wie Sean Gunn, der zwar schon in der ersten Folge der Kult-Serie „Gilmore Girls“ dabei war, aber da noch nicht den Namen „Kirk“ trug, unter dem er in mehr als 130 Episoden in verrücktesten Kostümen zu sehen war.

          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Ähnliches gelang auch James Michael Tyler, um den seit dem Wochenende die Fan-Gemeinde der Neunzigerjahre-Sitcom „Friends“ trauert. In der Serie, die sechs New Yorker Freunde begleitet, die viel Zeit in einem Coffeeshop verbringen, spielte er in ebendiesem den blonden Barista „Gunther“. Den Namen bekam er erst in der zweiten Staffel, da durfte er auch seine erste Zeile sagen. Es war ein banales „Yeah“ auf die noch banalere Frage, ob seine Wohnung ein Treppenhaus habe.

          Dass der Mann, der bis zu dieser Rolle als echter Barista in einem der letzten unabhängigen Kaffeehäuser Los Angeles’ gearbeitet hatte, überhaupt bis zu dieser Zeile kam, lag an seinem Charme. Dass die Fans ihn als festen Bestandteil der Serie feierten, ja, ihn sogar zum „Seventh Friend“ kürte (also zum Siebten der Freunde), verdankte er der Entwicklung seiner Figur, die mit ebendiesem Charme zusammenhing. Gunther himmelte, wie so viele der Zuschauer, die von Jennifer Aniston gespielte „Rachel“ an und legte 150 Episoden lang viel Herzblut in die mimische Ausgestaltung dieser unerwiderten Liebe – erst im Finale darf er Rachel seine Gefühle gestehen.

          Jennifer Aniston teilte nun eben jene Szene auf ihrem Instagram-Account mit den Worten: „Friends wäre ohne dich nicht dasselbe gewesen. Danke, dass du so viel Freude und Humor in die Show und in unsere Leben gebracht hast. Du wirst uns fehlen.“ In den sozialen Netzwerken erinnerten Fans der Show ebenfalls mit Szenen und Memes an den Verstorbenen. Tyler hatte im Juni seine Erkrankung an Prostatakrebs öffentlich gemacht. Am Sonntag verstarb er daran im Alter von 59 Jahren in seinem Haus in Los Angeles.

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