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Lee Radziwill (links) mit ihrer Schwester Jackie Kennedy am Sarg von Robert Kennedy im Jahr 1968. Bild: Robert Lebeck/Picture Press

Lee Radziwill : Schwester von Jackie Kennedy gestorben

Lee Radziwill war Innenarchitektin, Autorin und in zweiter Ehe mit einem polnischen Prinzen verheiratet. Nun ist die Schwester der ehemaligen amerikanischen First Lady Jacqueline Kennedy in Manhattan im Alter von 85 Jahren gestorben.

          Sie war noch bis ins hohe Alter bei vielen gesellschaftlichen Anlässen in New York zu sehen, ließ sich mit 79 Jahren altersschön auf den Titel des Magazins „T“ der „New York Times“ setzen und war up to date angezogen, in Kleidern von Marc Jacobs, Tory Burch und vor allem Giambattista Valli, alle aus der nächsten Generation und alle gerade noch jung genug für ihren Stil.

          Alfons Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Lee Radziwill, am 3. März 1933 standesgemäß in Southampton auf Long Island als Caroline Lee Bouvier geboren, war in ihren späten Jahren eine der typischen New Yorkerinnen, die Traditionslinien in die stets neue Stadt einzogen. Peggy Guggenheim, Brooke Astor, Gloria Vanderbilt, Eleanor Lambert, Iris Apfel und natürlich Jackie Kennedy Onassis, Lee Radziwills um vier Jahre ältere Schwester, die schon 1994 starb: kunstinteressierte und modebegeisterte Frauen von der Upper East Side mit den richtigen Namen, dem entsprechenden Geld und meist recht großen Brillen.

          Lee und Jackie waren als Töchter des New Yorker Bankiers John Vernou Bouvier III (1891–1957) und seiner Frau Janet Norton Lee (1907–1989) in den Ostküsten-Geldadel hineingeboren worden. Die Eltern ließen sich früh scheiden, eine Art Menetekel für die beiden Schwestern: Jackie, schon mit Anfang 30 First Lady, haderte mit den Kennedys und später mit Aristoteles Onassis. Und Lee war drei Mal verheiratet; sie behielt den Nachnamen ihres zweiten Ehemanns, des polnischen Prinzen Stanislas Radziwill, denn es ist auch der Name ihrer Kinder, Anthony (1959-1999) und Anna Christina Radziwill, die 1960 geboren wurde und als Produzentin in New York lebt.

          Lee Radziwill (rechts) und ihre Schwester Jacqueline Kennedy 1963 vor dem Weißen Haus Bilderstrecke

          Die beiden Bouvier-Schwestern, die schon Anfang der Fünfziger von Cecil Beaton und Horst P. Horst für die „Vogue“ abgebildet wurden, hielten zusammen. Lee Radziwill begleitete während der Präsidentschaft John F. Kennedys ihre Schwester und ihren Schwager bei Staatsbesuchen und war auch bei Kennedys Berliner Rede („Ich bin ein Berliner“) dabei. Sie schrieb für das „Ladies’ Home Journal“, versuchte sich glücklos als Schauspielerin, arbeitete als Innenarchitektin und vertrat Giorgio Armani als Markenbotschafterin. Ihre vielen Interessen spiegelten sich in den vielen unterschiedlichen Freunden, von Marisa Berenson bis Rudolf Nurejew, von Andy Warhol bis Bernard-Henri Lévy, von Truman Capote bis Diego Della Valle.

          Am Freitag ist die Stilikone, die sich in so vielen Rollen gefiel, im Alter von 85 Jahren in ihrer Wohnung in Manhattan gestorben.

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