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Cate Blanchett und Jack Black : „Heute zeigst du wirklich dein wahres Gesicht“

  • -Aktualisiert am

Jack Black und Cate Blanchett spielen gemeinsam im Film „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“. Bild: AP

Sie eine hochgeehrte Charakterdarstellerin, er ein wilder Komiker: Kann diese Paarung funktionieren? Hervorragend, wie Cate Blanchett und Jack Black im Interview beweisen. Zum Start von „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“.

          Wenn Schauspieler darauf bestehen, ihre Interviews nur gemeinsam zu geben, bedeutet das oft, dass mindestens einer von beiden eigentlich keine Lust hat, mit der Presse zu reden. Doch davon kann bei Cate Blanchett und Jack Black nicht die Rede sein. Die beiden kabbeln sich nicht nur in ihrem neuen Film „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ in einer Tour, sondern sind auch beim persönlichen Gespräch im Zauber-Nachtclub „Magic Castle“ in Los Angeles blendend aufgelegt.

          Mrs. Blanchett, Mr. Black, in Ihrem neuen Film „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ spielen Sie ein ungleiches Zauberduo, und passend dazu sitzen wir hier im „Magic Castle“ beisammen. Da liegt die erste Frage auf der Hand: Was haben Sie für einen Bezug zur Zauberei?

          Blanchett: Als Kind war ich ein großer Fan von Zaubertricks. Meinen zehn Jahre älteren Cousin habe ich früher bei jedem Besuch gezwungen, mir welche vorzuführen, denn er war ein Hobby-Magier. Verraten, wie seine Tricks gehen, hat er mir allerdings leider nie, deswegen kann ich bis heute keinen.

          Black: Ich hatte nie eine Phase, in der ich Zauberei sonderlich spannend fand. Ich mochte nur einfach den Magic Shop in Disneyland, wo man alle möglichen Dinge rund ums Thema Magie und Zaubern kaufen kann. Mein Problem mit der Sache war immer, dass Zauberei eben letztlich wirklich nur aus Tricks besteht. Zauberer sind Lügner, so einfach ist das. Wer nicht seinem Gegenüber ins Gesicht lügen kann, ohne mit der Wimper zu zucken, wird nie ein guter Zauberer sein. Und das war einfach nie meine Sache.

          Jack Black und Cate Blanchett mit Regisseur Eli Roth bei der Weltpremiere des Film „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ in London

          Blanchett: Moment, Moment, da muss ich widersprechen. Da unterscheiden wir uns gewaltig. Für mich ist der Zauber der Magie vollkommen real. Wenn man zum Beispiel hier im „Magic Castle“ mit seinen Kindern im Publikum sitzt und aus nächster Nähe den Zauberern bei ihrer Show zusieht – das ist schon sehr echt, was da passiert. Du bist ein solcher Zyniker, Jack!

          Black:Na gut, sagen wir es so: Es gibt Zauberei, die eine Lüge ist, und es gibt echte Magie.

          Blanchett: Aber was ist für dich dann echte Magie? Sich zu verlieben?

          Black: Echte Magie ist das, was andere als Wunder bezeichnen. Etwas, das unmöglich erscheint, aber trotzdem passiert. Etwas, das für den Verstand schier unbegreiflich ist.

          Blanchett: Wovon reden wir jetzt? Wahrsager, die gegen jede Vernunft tatsächlich die Zukunft vorhersagen? Unerklärliche Phänomene? Oder woran denkst du?

          Black:Ach, ich weiß es doch auch nicht. Um das jetzt weiter zu diskutieren, sollten wir vielleicht einen Wissenschaftler zu Rate ziehen.

          Oder wir sprechen einfach von einer anderen Magie, nämlich der Magie des Kinos . . .

          Oh ja, das passt. Filme können einen ja wirklich gefühlt an einen vollkommen anderen Ort versetzen, auch im übertragenen Sinne, ohne dass man so wirklich erklären kann, wie man dort eigentlich angekommen ist. Damit haben sie im Grunde die gleiche Wirkung wie fliegende Zauberteppiche.

          Black: Das stimmt. Wenn ich einen Film sehe, der eine solche Kraft entwickelt, dass ich plötzlich überkommen bin von Emotionen und sogar weine – das ist zweifelsohne vergleichbar mit einem Zaubertrick. Wenn es Regisseuren, Drehbuchautoren und Schauspielern gelingt, mich zum Weinen zu bringen, frage ich mich jedenfalls immer wieder: Wie zum Teufel ist euch das gelungen? In diesen Momenten ist Kino wirklich reinste Magie. Aber die sind letztlich ja verdammt selten. Denn wenn wir mal ehrlich sind, sind die meisten Filme doch ziemlicher Mist.

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